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Blau-Weiss-Blätter · 1918-04-01 · 6 (4.1918) · page 17

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
5 (1917-1918)
Issue
6 (4.1918)
Date
1918-04-01
Page
– (sequence 17)
Language
German
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Straßen in engem Zusammenschluß nm die Mittelpunkte : Lirche, Rathaus, Marktplatz Hern mgelagert. was ich hier andeuten konnte, ist natürlich nur ganz Flüchtiges, Allgenwines. Tausend Dinge ließen sich hierzu noch sagen, doch das geht weit über den Rahmen einer solchen Skizze hinaus. —^ Wer sich von euch mit diesem Gebiet eingehender beschäftigen möchte, findet in unserer sehr ausgedehnten städtebaulichen Literatur gewiß Antwort mH die meisten seiner Fragen. . Fra n k f u r t a. M. R ich a r d A aufs in ann, Z. Zim Felde Dovfanlagen und ihre Verschiedenen Formen In Deutschland unterscheidet man Einzelhöfe, Hansen-, Reihen-, Straßen- und Rnndlingsdörfer utib Weiler. Wer die Augen anfmacht, wird die llnterfchiede bald merken. Ueber den Einzelhof ist wenig zu sagen. In der weiten Ebene erhebt sich das Geböft, oft befestigt, meist nach seinem Eigentümer benannt. Ringsum liegen die Kalben, in denen die Arbeiter deS Gutsherrn wohnen, hier und da auch das- Anwesen eines selbständigen Banern, bcffcu Vater oder Großvater Tagelöbner gewesen rvar. Zwanzig oder dreißig Hänser und ebenso viele Familien bilden das „Dorf,"?lns dem Einzelhof entwickelt sich allmählich das „Haufendorf." Man erkennt es leicht an der willkürlichen Lage der einzelnen Gehöfte. Wie der Einzelhof, aus dem es hervorging, nmgürtet es sich häufig mit Graben und Zaun, ja in Süddeutschland gibt es Döifer, bei denen sich der Zaun zu einem ganzen Wehrsystem mit Mauern, Toren und Gräben entwickelt hat. Ganz anders als das „Haufendorf" sieht das „Reihendorf" oder das ihm eng verwandte „Straßendorf" ans. Es ist entstanden durch planmäßige Besiedelung eines Landstnckes, die von fürstlichen oder geistlichen Herren geleitet wurde. Es ist das Dorf der deutschen Sfoloitifteii in den altslavlschcn Landen: unter Albrecht dem Bär soll zum erstenmal derart gebaut worden sein. Wie entstand ein solches Dorf? —- Der Führer einer Anzahl siedelnngslnstiger Bauern, der Locator, hat einen geeigneten Platz zur Niederlassung gefunden. Er vermisst das Land, teilt es in „Gewanne" und spricht jedem der Ansiedler eine Anzahl von ihnen zu. Bald erheben sich Hänser längs der Landstraße, die der Lebensnerv der ganzen Siedelung ist, und an der natürlich auch Kirche, Gemeindehaus und Schänken errichtet werden.— Fast alle neuzeitlichen Siedelungen haben den Charakter des Straßendorfes. Im Gegensatz zu dieser Art von'Ortschaft soll das „Rnnddorf" slavischer- Herkunft sein; merkwürdig nur, daß sich in Polen derartige Anlagen nicht finden. — Die Häuserfronten eines RnnddorfeS finb stets nach dem Dorfanger gerichtet, der zugleich Kirchplatz und Markt ist und deü sie in zwei, drei oder auch mehr Kreisen umdrängen. An die Gehöfte schließt sich sogleich der Landbesitz der Familie.'so bafc 22f

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