Mannheim
Compact Memory

Blau-Weiss-Blätter · 1918-04-01 · 6 (4.1918) · page 16

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
5 (1917-1918)
Issue
6 (4.1918)
Date
1918-04-01
Page
– (sequence 16)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2425321-3181713-3181719--0981-3182777
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Punkt eines großen, fruchtbaren Besitzes, der sich ringsum dehnt, gewachsen. In der Ferne ragt ein Kirchturm. Wie wir näher kommen, sehen wir, daß auch die Höfe zu ihm hinstreben und sich in seiner Umgebung zu einem Dorfe zusammenfinden. Um die Kirche, die in -er Mitte des Dorfplatzes fleht, sind die Häuser sogar enger zusammengerückt und umschließen sie im „Ring" in Kreisform oder im Viereck. Bäcker, Fleischer, auch eine Apotheke haben hier ihre Läden aufgetan und zwei behäbige Gastwirtschaften laden zum verweilen ein. Selbst -as Gemeindehaus ist mit in den Kreis getreten. Wir gehen die große Landstraße, die bezeichnenderweise um diesen Platz der Ruhe und Sammlung seitab im Bogen hernmführt, weiter. Schon rücken die Häuser und Höfe wieder weit voneinander ab. — Aehnlich ist der Typus des Dorfes der landwirtschaftlichen Ebene, das „niedersächsische Dorf". Westfalen, Vst- und Westpreußen und überhaupt die Provinzen des norddeutschen Flachlandes haben durchgängig diese Typen. Die leichte Verkehrsmöglichkeit des ebenen Geländes, die Abgeschlossenheit des einzelnen Anwesens, das oft noch ein beträchtliches Stück Land dabei hat, lassen diese weitläufige Bauweise als Wirkung erkennen, und nur die Kirche und das Gemeindehaus sammeln sie zum Aneinanderrücken. — Süddeutschland. Lachendes, bergiges Land. Wir wandern ein liebes Tälchen hinab. Da an der Biegung, welch'herrliches, Neues I Eingebettet in das hier behaglich sich dehnende Tal, liegt ein sonniges, strahlendes Dorf. Gleich den jungen Kücken um die Henne, so drängen sich die sauberen Häuschen um die Kirche herum. Die liegt gar gewichtig über einer Freitreppe auf erhöhter Kirchhofmauer, schaut auf die große Landstraße, sieht in die engen Winkel und Gäßchen, die Höfe und hochgiebeligen Häuser des blühenden Dörfleins. Und um das Dorf zieht sich ein Kreis welliger Aecker, die den flachen Berghäng — hinauf bis zu dem Ipaldfaum — in bunten rhytmischen Linien und Flächen beleben. — Das ist das Dorf des gebirgigen Landes. Die Wege find geneigt und oft sogar peil, der Besitz liegt nicht beim Hause; er ist zum Teil in der Nähe, oft weit oben fast am Waldrand auf der höhe. So hocken sich denn die Häuschen zusammen, schließen sich eng in frohem Reigen um Kirche und Rathaus und find zum Schluß noch gar verwundert wie schön die Bilder werden, die sie, ohne es zu wollen, nun von allen Seiten und Vrten her zeigen. — S» ist der häufigste Typ des deutschen Dorfes. Häuser, Gehöfte, 22s

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.