Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 5 (1917-1918)
- Issue
- 5 (2.1918)
- Date
- 1918-02-01
- Page
- – (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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3p tele In der Mktobernummer der Blau-Weiß-Blätter stehen ein paar Zeilen mit der Ueberschrift „Spiele". So sehr ich mich beim Lesen der Ueberschrift freute, so enttäuscht war ich über den Inhalt der Ausführungen. Auch ich weiß, daß wir viele Spiele spielen, bei denen es auf Regeln und Vorschriften wenig ankommt, von denen ein Jeder hundert in der Minute ersinden kann. Wozu also eine literarische Beschreibung des „täppischen Untiers, des Urbärs"? Solche Spiele muffen dem Augenblick, der Stimmung der Fahrt entspringen» nie aber darf man sie beschreiben wollen, nie sie anderen empfehlen; denn was auf einer Fahrt frisch und schön war, mag einem andern, der sich in diese Stimmung nicht versetzen kann, leicht albern erscheinen. Diese Spiele regen die Phantasie an, aber nur dann, wenn man sie fröhlich erfindet, gewiß nicht, wenn man sie nach Rezepten spielt.— Zu dem anfechtbarsten, was der Aufsatz bringt, scheint mir folgender Satz zu gehören: „Je einfacher ein Spiel ist, desto besser." Sind auch Barlauf, Völkerball, Stafettenlauf n. a. m. nicht zu entbehren, so sind doch die einfachen Spiele noch netter. Und als Illustration dazu „Reiterwettlauf: Die Läufer nehmen kleine Wanderer als Reiter auf den Rücken." Man ziehe einmal die Tonsequenz; man kommt dann zu folgendenr Spiel, das wohl noch einfacher ist: Kreislauf: Die Läufer laufen im Kreise herum (auch für Mädchen und Kleinere, speziell im Winter geeignet).' — Als Begründung für die Behauptung, daß die einfachsten Spiele die schönsten seien, wird weiter folgendes gesagt: „Unsere Spiele sind kein Sport, wir stellen keine ausgesuchten Mann» schäften auf, die Höchstleistungen erzielen." Welch eine falsche Ansicht vom Sport! Der Sport will jeden, auch den Kleinsten und Schwächsten Höchstleistungen vollbringen laffen: Jeder einzelne soll danach streben, immer etwas weiter zu springen, etwas schneller zu laufen nsu^ Ich bin also für Sport, sowohl auf unseren Fahrten wie auf besonderen Sportnachmittagen! Eines nur möchte ich hinzufügen, um Irrtümer zu vermeiden. Die anderen „einfachen" Spiele will ich gewiß nicht verdrängen. Ich wollte nur den Wert der Ziele des Sports verteidigen und ausführen, daß ihnen meiner Meinung nach der erste Platz gebührt. Sie sind berufen/ ein neuer Inhalt für einen Teil unserer Feste zu werden. Daß dies möglich ist, hat der sportliche Fünfkampf der Bünde auf dem Katzenbuckel und der Wettkampf der