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Blau-Weiss-Blätter · 1918-02-01 · 5 (2.1918) · page 18

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
5 (1917-1918)
Issue
5 (2.1918)
Date
1918-02-01
Page
– (sequence 18)
Language
German
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lande, Schnee und Wetter, die wichtigsten Dinge für den Skifahrer, waren einfach ideal. Frostklare, sonnige Tage ttub herrlich - weißer, weicher, feuchtender, tiefer Pulverschnee! Jeden Morgen sind wir auf unfern „Brettln" losgezogen und am Abend nach Sonnenuntergang wieder, beimgekommen und dann wurde es immer fein gemütlich in der großen Bauernstube mit dem runden Tisch in der Ecke und dem wärmespendenden Kachelofen.— Zweimal haben wir größere Fahrten gemacht, hinauf in die einsame Bergeseinsamkcit, durch den tiefverschueiten märchenhaften Tannenwald. Kerner Menschenseele sind wir begegnet, nur Wildspuren zeigte die reine weiße Schneedecke Dann kam die herrliche Abfahrt wieder ins Tal hinunter, wo die Menschen wohnen. Freiuvie ein Vogel gleitet man durch den Schnee, eS saust, der Wind braust uns um die Ohren, und die Schneekristalle stauben in feinen, weißen Wolken ans. Schon ist es — unsagbar schön! Kommt und schaut die Wunder der Bergwelt — im Sommer sind sie noch herrlicher! Der erste Bundestag im Frieden muß in unfern Bergen sein II M ü n ch e n A n n y F r ä n k ei Wie wir „grotze Mineralogen" wurden Als wir dies Jahr zur großen Fahrt ins Riesengebirge zogen, ahnten wir es noch nicht. Doch jetzt sind wir es, und davon will ich Euch erzählen. — Es war fast die erste Sommerfahrt von allen und wie wir all das Neue auf uns wirken ließen, könnt ihr Euch wohl denken. Aber eS kam bald, wie es wohl den meisten geht; auf einmal geniigt es nicht mehr, mit großen, offenen Augen zu schauen und zu staunen; man will wissen, was man sieht, wie all dies entstand; Einzelheiten, Kleinstes beginnt einen zu beschäftigen, man will forschen und lernen und findet gerade daran eine stille Freude. In der Zackelklamm packte es mich am stärksten, eine Andacht war in mir und zugleich ein Aufflammen allen Lebensgesühls. wie wir es nur in seltenen Stunden empfinden. So wurde uns bald jeder kleinste Stein zur Betrachtung und Freude. Einige wußten schon etwas und forschten weiter. — Sitzen wir da gemütlich auf dem schmaler! Wehr am Zackerrfall uitb lassen die Füße im Wasser planschen. Dabei (oder der 4 stündigen Vorbereitung wegen) schmeckte der Gries famos. Plötzlich verschärfen sich die Blicke, ein blanfuukelndes Ding liegt am Grunde des Zacken. Ein Sprung, der den Gries stark mit Wasser verdünnt, ein Greifen und ein enttäuschtes Gesicht sind eins. Es war nur ein Stückchen Emaille gewesen. Ja, so kläglich fing es ait, aber wir ließen uns nicht den Mut nehmen. Ich denke an die Rasten am Gebirgsbach, wie wir auf den tückisch-glatten Felsstücken herumrutschte» und den Bach aufwühlten. Wir träumten von Amethysten, Opalen, und anderen prächtigen Steinen. Und was war das Resultat? Eine unfreiwillige Rutschpartie ins Wasser, blaue Flecke und wieder die große Enttäuschung. Man hatte uns erzählt, daß es in der Schneegrube viele besonders schöne Steine gibt und ich kenne zwei, die, uni jedes etwaige Verbot zu vermeiden, voraus liefen und himmter kletterten. Die oben sahen neidisch zu. Was die Zwei unten erlebt haben, weiß niemand, Schätze haben sie nicyt heraufgebracht, aber von unglaublich großen Blaubeeren erzählten sie; mit denen werden sie stch wohl getröstet haben. *8«

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