Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 5 (1917-1918)
- Issue
- 5 (2.1918)
- Date
- 1918-02-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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den Mann mal vorgenommen, ihm zuerst die richtige Reinhaltung vorgeschrieben, für „Slam« in die Arbeitslampe" den Zeitraum von Null Ganze zwei Zehntelminuten allenfalls genehmigt: und „Aurora oder die Morgenröte in» Ausgang" wäre jedenfalls nie geschrieben worden. Geist und mechanischer Arbeitsbetrieb sind unvereinbare Gegensätze. Aeine Illusionen! Man kann dem einen nur so viel geben, als man dein andern nimmt. Da nun aber inechanische Arbeit zur Geistlosigkeit, diese zum gemeinen Amüsement und Machthunger, dieser zu fortdauernden Ariegen und letzten Endes zur Vernichtung des Menschengeschlechts führen muß, so wäre es vielleicht an der Zeit, sich nach einem andern Leitmotiv des richtigen Lebenswandels umzusehen und von einer Menschengemeinschaft zu lernen (ja, das ist es, in allst Demut zu lernen), welche sin anderes Prinzip als das europäische der angeblich „adelnden" Arbeit befolgt, ein Prinzip der schrankenlosen Verehrung des Geistes bei ziemlicher Vernachlässigung des materiellen Fleißes und anderer derartiger Bürgertugenden.. Der Vorwurf der „Rückständigkeit", der „Faulheit", der „wirtschaftlichen Verarmung", der „unproduktiven Verelendung" würde eine solche Gemeinschaft nicht treffen. Denn dieser Vorwurf ist ja nur im Sinne der „Arbeitswelt" erhoben und hat nur in ihrem Sinne Berechtigung. Damit ist nicht gesagt, daß die besondere Form der „Geistcswelt", die uns in solch einer Menschengemeinschaft entgegentritt, über alle Mängel erhaben sein muß. Im Gegenteil, die Gefahr wächst in gleichem Verhältnis mit der Aühnheit, die es unternimmt, die Menschenscele in das ungewohnte'Reich des Geistes einzupflanzen. Schwere Fehler sind unvermeidlich. Sie müssen aber vom geistigen Mittelpunkt, von dem ihnen immanenten Prinzip der Geistigkeit aus, nicht im Sinne des äußeren Glanzes erfaßt werden, lvem diese Erfassung gelänge, der wäre vielleicht nicht nur der Retter der episodenhaft unter uns noch weilenden Geisteswelt, sondern Europas und der Menschheit insgesamt. In einer Reihe neuerschienener Bücher ist eine solche, nichts als den Geist anerkennende, daher vom Standpunkt der nüchteren Arbeit aus manchmal etwas zerfasert und zerlumpt anssehende Welt dokumentarisch geschildert. Die „Sagen polnischer Juden" (übersetzt von Eliasberg, Verlag Georg Müller), das herrliche chassidifche Drama „Die goldene Aette" von per«; (Verlag R. Löwit, Men), die in der