Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 5 (1917-1918)
- Issue
- 5 (2.1918)
- Date
- 1918-02-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Null Ganze, zwei Zehntel Minuten! ... Das ist die £)öUc, wie sie leibt und lebt. Der Mensch, in Zehntelminulen zerhackt zwecks besserer Hervorbringung von Stahlformen . . wahrscheinlich von Schrapnells. Doch darauf kommt es schon gar nicht mehr an. Der zerhackte Mensch dürfte zwischen Frieden und Arieg kaum mehr einen Unterschied finden . . . . „Geradezu verblüffend wirkt aber das allgemeiner bekannt gewordene Beispiel der Augelprüferinnen (Aussortieren fehlerhafter Stahlkugeln). hier wurde durch . . . scharfe Aontrolle, Ausschaltung von Störung — die Arbeitsplätze liegen soweit auseinander, daß eine Unterhaltung während der Arbeit nicht möglich ist -— usw. erreicht, daß 25 Arbeiterinnen dieselbe Arbeit bewältigen, wie vorher \20. Dabei stieg die Qualität der Leistung noch um 60 Prozent." (Aochmann.) Die Qualität der Leistung steigt, die Qualität der Menschheit sinkt. Quo vadis, humanitas? * . * * Die Menschheit wird zwischen ihren beiden Polen zu wählen haben: dem Erfolg und dem Geist. Erfolgreich ist die Arbeitsteilung, die mechanisierte Arbeit. Materielle Reichtümer werden über die Erde aus gegossen. Unlustig naschen die Menschen von ihnen, ohne je. satt zu werden. Darum haben sie nicht die Araft, auf so trügerische Aost zu verzichten? Deil ihnen die eigentlich schmackhafte Aost der Seele fehlt: der Geist. Den Geist aber hat ihnen eben nichts anderes als die mechanische Arbeit ausgetriebene Da haben wir den allsroollkommenften und tragischesten Liroulue virtuosus. Die Menschheit wird diesen Zirkel zerbrechen oder in ihm zu« gründe gehen. Ich sprach neulich in einer Versammlung von Aaufleuten. „Denn Sie diese und diese Bücher lesen, so werden Sie einsehen, wie sinnlos und in sich widerspruchsvoll Ihre heutige Zeiteinteilung ist." Ein ernster Herr antwortete: „Dir können aber nicht dazu kommen, dies« Bücher zu lesen. Abends find wir müde vom Geschäft. Dir htchen keine Zeit." — Das ist der klar« Zirkelschluß, an dem die Menschheit krepiert. Arm Geist, weil keine Zeit — und keine Zeit weil kein Geist. Der Schuster Jakob Böhme starrt« in seine kugelförmige Arbeitslampe, da ward der mystische Geist in ihm wach. Taylor hätte sich ,?s