Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 5 (1917-1918)
- Issue
- 4 (12.1917)
- Date
- 1917-12-01
- Page
- – (sequence 42)
- Language
- German
- Belongs to
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zusamrnensaßen, merkten wir so recht, daß der Berliner Blau-Weiß kleiner geworden iK. Unsere Zahl betrug wähl nicht mehr als 200. woran das liegt? Erstens laßen die äußeren Schwierigkeiten, besonders die Schuhfrage, viele Leute vergessen, daß wir doch immerhin ein Wanderbund find und die Fahrt immer noch wichtiger ist, als der Leimabend. Dann erklärt sich das zahlenmäßige Abnehmen des Bundes daraus, daß wir in verschiedenen Gruppen und Zügen „sieben" mußten; nicht aus Prinzip, sondern weil es nötig war, um den andern die Freude am Blau-Weiß zu erhalten. Außerdem find etwa jo Leute aus dem Blau-Weiß ausgeschieden, weil fie fich der Richtung Gerhard Scholems angeschloffen haben. Das Stadtleben unseres Bundes ist lebhaft. Von gemeinschaftlichen Veranstaltungen» haben wir wöchentlich einen hebräischen Liederabend, zweimal hebräischen An-- fangskurs (von einem Schülerführer geleitet.) Einige große Nabels geben in ihren Gruppen hebräische Kurse, eine Einrichtung, die sich gut bewährt. Lin Teil der Führerschaft nimmt an dem Rurs von Herrn Rubaschoff „über die Geschichte des Messianismus" und an dem Rurs von Herrn Dr. Löwenstein „Einführung in die national-jüdische Bewegung" teil. Ein dem Blau - weiß nahestehender Rabbinerführt die Führerinnen in das Wesen' unserer Feste und Gesetze ein. wir ziehen jetzt unsere großen Mädels viel stärker als vorher zur Mitarbeit heran. Eine Reihe von Nädels haben wir „mit der Führung von Fahrten beauftragt," wie der technische Ausdruck heißt. Sie nehmen an den wöchentlich statt» findenden Führerinnenabenden und an den Sitzungen der Führerschaft teil. — Lusch Nelnik und Adolf Reiffenberg sind zum Führer, Sidney Haskel zum Hilfst führer ernannt worden. wieder betrauern wir den Tod von zwei lieben Wandrern: Erich Elsner und Rurt Joseph sind gefallen. Grete Lck stein Vreslarr. wir wandern regelmäßig 2 Nädel-, 2 Jungengruppen. Nun ist unser letzter Führer Putte Rirschstein eingezogen, vorläufig kann er aber wenigstens ebenso wie Meyer am Führerrat teilnehmen. Hermann Blumenthal und- Mtz Loewy wurden zu Wanderführern ernannt. Durch gewisse Neuordnung im Führerrat hoffen wir ein engeres und erfolgreicheres Zusammenarbeiten. Besonders sollen jetzt jüdische Dinge im Vordergrund stehen, da es auf diesem Gebiet noch recht große Lücken gibt. Zu Ehanukkah gibt es nur eine kleine stille Feier im Heim, dafür soll es aber in den Ferien in die Berge gehen; vielleicht können wir uns mit anderen Gruppen tteffen. Vera Land 0n ££l«t. wir wanderten regelmäßig in drei Jungenszügen und zwei Mädchen- Qtyppen. Die Beteiligung war sehr rege, hat aber besonders im ersten Zug infolgemilitärischer Einziehung und beruflicher Verhinderung einzelner Wanderer etwasnachgelassen. Die Heimabende find gut besucht. Der erste und dritte Zug und die erste Gruppe beschäftigten sich mit Geschichte und der Besprechung von Tagesfragen. Für die Gruppe und den Zug unserer vielversprechenden Jüngsten haben wir Sing- und Spielabende eingerichtet. Außerdem haben wir einen Lauten- und< Liederftrrftrs, besonders für hebräische Lieder. Fritz Elkan hat die Leitung unseres Bundes niedergelegt; fie ist Bruno Nathan übertragen worden. Else Jakob und Erna Meyer wurden Hilfsführerinnen. Paul Hermann Führerschastsgast. Zu unserer Freude war Bobbie Gidion mehrere Lage hier Ln Urlaub. Erich Löbschen und Lothar Lchattant wurden eingezogen.