Mannheim
Compact Memory

Blau-Weiss-Blätter · 1917-12-01 · 4 (12.1917) · page 41

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
5 (1917-1918)
Issue
4 (12.1917)
Date
1917-12-01
Page
– (sequence 41)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2425321-3181713-3181717--0915-3182709
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

wiedergeben, was der Verfasser erlebt oder gesehen, gefühlt oder gedacht hat! Grobe Ungeschicklichkeiten, stilistische Verstöße zu verbessern, unnötige Längen, die -eine sonst wertvolle Arbeit langweilig machen würden, fortzulassen, Gedanken, die im Grundtext nicht klar zum Ausdruck kamen, deutlicher zu machen, halte ich mich für berechtigt. Ich weiß, daß der eine oder der andere sich ärgert seinen Aufsatz hier und da verändert zu finden. Aber es handelt stch ja nicht um wertvollste Erzeugnisse der Literatur, bei denen auf jedes Wort Gewicht zu legen ist, und eS wäre schade auf einen sonst guten Artikel verzichten zu müssen, weil seine Form sich nicht zur Wiedergabe eignet. Ich verspreche übrigens von jetzt an recht vorsichtig vorzugehen, um den Aussätzen nicht ihren Persönlichkeitswert zu nehmen. Euch aber bitte ich zu schreiben! Und wer stch dazu nicht entschließen kann, soll wenigstens Mitteilen, wie er fich unsere Zeitung denkt, was er darin zu finden wünscht. An Stoff mangelt es nicht- Es ist ja Vieles, was euch beschäftigt, innerhalb und außerhalb des Blau-Weiß! Viel Gutes mögen Fahrtenbücher oder — wollt ihr mir dies Vertrauen schenken? — eure Tagebücher enthalten. Manche von Euch werden Gedichte machen oder Märchen und Geschichten zu erzählen wissen. Wollen sie mir die schönsten schicken? Ich werde gewiß nur wenige nehmen, nämlich nur die wirklichen Gedichte und die hiibschesten Erzählungen; die „Zurückgewiesenen" werden aber nicht eitel genug sein, stch zurückgesetzt z» fühlen. — Dann brauche ich Fahrtenberichte; wie ich mir die denke, wißt ihr ja: Keine Zedern an der Havel und keine Libanonkuppen im Mesengebirge. Je schlichter und anschaulicher erzählt wird, was war, desto besser! — Schließlich besteht Bedürfnis nach Artikeln botanischen, zoologischen, geologischen und ethnographischen Inhalts. Wer erzählt von der Art der Dorfanlagen, von den Bauernhäusern in den Gegenden, die ihr durchwandert? Wer spricht über Baukunst und Baustile? Wer gibt Anweisungen zum Pflanzenbestimmen? Wer von unseren jetzt schon zahlreichen Landleuten erzählt von seiner Arbeit?! — Was über Aufsätze gesagt wurde, gilt selbstverständlich auch für Zeichnungen und Lichtbilder. Gibt's keine Skizzenbücher im Blau-Weiß, keine fotografischen Apparate? Die gibt es schon; ich erhalte nur keine Bilder. Heraus damit! Wenn meine Vorschläge Gehör finden, werden euch die Blau-Weiß-Blätter noch lieber, werden sie euch gewiß wichtiger werden als bisher. Erst dann werden fie nicht irgend eine ganz gute jüdische Jugendzeitschrift sein, sondern ihren Namen mit Recht tragen. ■ , Schalom! Karl Glaser Sidney Haskel bittet darum mitzuteilen, daß sein Aussatz „Die Blau-Weißtage zu Lohs und auf dem Katzenbuckel" von der Schristleitung stilistisch vielfach geändert wurde. Berichte Berlin. Unsere Hauptversammlung im September fand dieses Jahr nicht wie sonst auf der „Theaterwiese," sondern auf einem ganz weilen Feld an der Stern-Thaussee bei Drewitz statt, wo man herrlich spielen konnte. Den ganzen Tag dauerten die Wettkämpfe der Züge und Gruppen im völkerballsxielen, Steinstoßen, Weitsprung, Speerwerfen und Staffellenlauf. Als wir nach dem Spielen im Areis m

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.