Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 5 (1917-1918)
- Issue
- 4 (12.1917)
- Date
- 1917-12-01
- Page
- – (sequence 33)
- Language
- German
- Belongs to
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diesem Winter nicht, und ein hungriger Magen ist umso bescheidener, je weniger man ihn beachtet. Man kann zur Not auch ein paar Stunden fasten — wer im Felde war wird ergänzen: sogar ein paar Tage — ohne sich im geringsten zu schädigen.— Nun zur Uleiderfrage. Zunächst heißt es alle Schäden der Uluft sorgfältig ausbessern. Der Geschickte^ besorgt das am besten selbst. Flicken Heißt Uleider sparen; das kleinste koch hat das erfolgreiche Bestreben, binnen kurzem ein großes zu werden. Ist alles ganz, so betrachte man sein Wollzeug. Wer einen Sweater, eine gestrige Weste oder ähnliches hat, mag sich glücklich schätzen. Den andere» aber rate ich, fich eine alte, feste Zivilweste — das Aussehen tut nichts zur Sache —■ herauszusuchen, sie wieder in Stand zu setzen und zwischen Stoff und Futter eine ordentliche Einlage aus Papier zu setzen. Die Soldaten wissen es schon lange, daß Zeitungsbogen schlechte Wärmeleiter sind, Wärme bewahren, und nützen sie demgemäß aus. Eine mit Zeitungen gefütterte Weste, die unter der Joppe getragen wird, ist so gut wie ein pelz; und es ist nur darauf zu achten, daß dies nützliche Uleidungsstück nach der Fahrt gleich in einen'warmen Winkel zum Trocknen gehängt wird. Die Eigenschaft des Papiers als schlechter Wärmeleiter läßt sich noch weiter ausnutzen. Die meisten werden heut nicht mehr in der Lage sein zwei paar Strümpfe zu tragen. Da empfiehlt es sich den Fuß mit Papier zu umhüllen, bevor er in den Stiefel schlüpft — wer's einmal getan hat, wird's zu schätzen wissen. Uebrigens lassen fich Strümpfe überhaupt entbehren. Die Devise »Fußlappen" ist noch nicht die schlechteste. Eure Mütter haben ja sicher" in irgendeinem Winkel ihrer Wohnnng einen Flickkasten, in dem noch manches Stück Flanell, Baumwolle oder gar Wolle ungenutzt schlummert. Auch zerrissene und unbrauchbare Wollhemden find hier mnd da vorhanden. Ein guter Fußlappen braucht nicht größer zu fein als 50 O cm; ein paar braucht weder an Farbe noch an Qualität gleich zu sein. Es handelt fich also meist um Stücke Stoffs, die zu allen anderen Zwecken unbrauchbar sind, und die ihr leicht erbitten werdet. Wie ein Fußlappen gelegt wird laßt euch von den Soldat«» unter euch zeigen. Wenn ihr es richtig macht, ist er eine bessere Fußbekleidung .als ein Strumpf, der freilich „eleganter" 'ist und pch müheloser anziehen läßt. Zum Schluffe noch ein paar Worte über das Schuhwerk. Ich empfehle allen Ernstes Stiefel mit Holzsohlen. Ein Wanderer meines IH