Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 5 (1917-1918)
- Issue
- 4 (12.1917)
- Date
- 1917-12-01
- Page
- – (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2425321-3181713-3181717--0906-3182700- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
sausendem Rodel hinunter — die winterfahrt mit Schneeballschlacht und Schneemannbauen und allerlei Aurzweil, so daß man nicht recht weiß, ob ste Nicht doch noch schöner ist als jede andere Wanderung. ' Aber Winter bedeutet auch Aalte und Nässe, schneidenden Wind, traget und Nlatsch, und vierter Ariegswinter zumal heißt Mangel an warmer Aleidung, Lebensmittelknappheit und Stiefelnot. Da gibt es Einige — hoffentlich nicht Viele — die ihre Schlappheit hinter diesen .»Gefahren" verbergen und ihre Teilnahme an den Fahrten mit dem A. November einstellen oder stark einschränken: „Ach Gott, ich käme ja so gerne mit, aber ich habe keine Stiefel . . . kein Brot ... es ist so kalt, und ich habe nichts anzuziehen, und was dergleichen Aedensarten mehr find. Die Feigen und die Faulen mögen ruhig zuhause bleiben; auch jene können wir entbehren, die am Wanderbund alles schätzen — Heimabende, Tendenz, Lieder, Aurse, Aleidung und j)ose — nur nicht Las Wandern; aber es gibt noch genug tüchtige Leute, die beim besten Willen nicht mitkönnen: die Eltern wollen es nicht dulden, denn sie wissen, daß die sorgsam gehüteten Schuhe den Strapazen der Wanderung Zum Opfer fallen würden; es ist wirklich kein Brot vorhanden, und eine warme Weste oder ein Sweater ließ fich tatsächlich nicht auftreiben. Denen will ich zu helfen suchen. Am leichtesten löst fich die Frage des Essens. Zuvor sei festgestellt, daß auf unseren Fahrten noch niemand verhungert ist. Jeder gibt und nimmt von jedem. Es besteht. Gottlob, bei uns weder Anickrigkeit noch falsche Scham. Was da ist gehört allen. Und es httt noch immer einige gegeben, deren Rucksack reichlich gespickt war. — Dazu kommt, daß wenigstens die Sonntagsfahrten ziemlich früh aufhören, so daß der Durchschnitt der Wanderer bereits gegen 6l/% Uhr zu Hause ist. Dort wartet fast immer ein ordentliches Mittagbrot fdas fich übrigens der Blau > Weiße ruhig selbst wärmen kann, ohne Mutter, Schwester oder Mädchen zu bemühen.) Auf die Wanderung nehme man außer der täglichen Stullenportion am besten in einer Büchse oder einem Glase einen tüchtigen Vorrat Aartoffelsalat mit sdem auch Mohrrüben», Aohlrübenstücke und dergleichen beigefügt werden können.) Das schmeckt vorzüglich und sättigt. Soll abgekocht werden, was nicht unbedingt nötig ist, so muß fich der Zug schon vorher genau über das von jedem Teilnehmer zu leistende Quantum nn Aartoffeln und dgl. einigen. Wer eine Thermosflasche besitzt, mag fie mit einer dick eingekochten Suppe gefüllt auf die Fahrt mitbringen. Eines aber soll jeder Blau-Weiße bedenken: Schlemmen gibt's in