Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 5 (1917-1918)
- Issue
- 4 (12.1917)
- Date
- 1917-12-01
- Page
- – (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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gerade das gewaltig. Heilig, daß wir so Biele waren. Ich sah zum ersten Mal Viele Blau-Weiße beisammen, sah wie groß und mächtig, unsere Bewegung ist und wie immer größere Telle unseres irrenden Volkes den Weg zu sich selbst finden! Ratibor Lisbeth Mannaberg £Ubc Cfsfecty Utaimabcrg Das rechtzeitige Eintreffen Deiner Erwiderung auf meinen Aufsatz in dev vorigen Nnmmer der Blau-Weiß-Blätter gibt mir die Möglichkeit, gleich darauf zu antworten. Bevor ich auf den Gesamtinhalt Deiner Arbeit eingehe, muß ich mich notwendig mit einzelnen Gedanken und Voraussetzungen befassen, die mir die Grund» fehler Deiner Anschauung zu enthalten scheinen. - 1 Du fragst nach dem Sinne des ewigen Vergleiches mit Lockwitz. Eine Gegenfrage: Wie komme ich denn eigentlich dazu, einen Vergleich mit Lockwitz einer Besprechung von Lohs einzusügen? Ganz einfach; das Vorkourmen eines solchen im Bericht der Bundesleitung über Lohs hatte meine Kritik herausgefordert; ich mußte schon darauf eingehen, um überhaupt der Bundesleitnng antworten zu können^ derselben Bundesleitung, die am Schluffe der Einladung der Lohser Tagung schrieb; »dauernde Vergleiche mit Lockwitz find vom Uebel." Schon damals sagte ich mir; glaubt die Bundesleitung durch solche Ermahnungen wirklich Vergleiche verhindern zu können, die sich notwendig ergeben müssen, die sich tatsächlich von selbstaufdrangen? Du hast ganz recht, gerade die Ermahnung nicht daran zu denken, weckte die verbotenen oder doch mißbilligten Gedanken, Weiter. Du meinst, ein jeder Bundestag stehe »im Rahmen seiner Zeit und ihrer Ereignisse." Ich verstehe das nicht ganz. Unsere Zeit hat kein einheitliches Gepräge; betrachten wir auch nur die Vorgänge, die für unser jüdisches Volk wichtig find, so finden wir soviel Veränderungen erfreulicher und mißlicher Natur, daß wir nicht recht wissen, was wir uns eigentlich unter „im Rahmen der Zeit" denken sollen.—^ Ich kenne Dich nicht persönlich und kann daher nicht wissen, ob Deine Sätze klar erfaßt oder ob sie, verzeih den harten Ausdruck, Phrasen sind. Phrasen, also nicht genug durchdachte und abgeschliffene Gedanken gibt es leider im Blau-Weiß sehr viele; noch mehr werden, fürchte ich, wohl gedacht aher nicht ausgesprochen, waK noch schlimmer ist, weil man ihnen dann nicht zu Leibe gehen kann. — Auch Dein „vergleichen sollen und betrachten müssen" halte ich nicht sirr ganz natürlich; es hat verzweifelte Aehulichkeit mit dem „sind von Uebel" der Bundes-? leitnng. — Damit komme ich zum Wichtigsten meiner Ausfiihrnngen. um dessen? willen ich sie überhaupt mache. Dieses „Müssen und Sollen" ist eine große Gefahr für unsere Bewegung (falls wir diese Bezeichnung in Anspruch nehmen wollen.) Ach kenne eine große Anzahl Blau-Weißer, die stets zu müssen und zu sollen glauben; Sie befinden sich unter dem ständigen Zwange einer von ihnen auf den Thron erhobenen Pflicht, die sie ständig bedrückt: „Wir müssen unsere Treffarten auf bestimmte Weise betrachten, wir müssen wissen, was Fortschritt' oder RückschriH ist u. s. w. — ja, dieses „Wissen — Müssen" ist die Wurzel einer gefährlichen Einseitigkeit, die uns die Aufnahme anderer als der vorgefaßten Gedanken oft unmöglich macht. Ihr. bringt wirklich immer dasselbe Gedankenschema zur Anwendung, ob es paßt oder nicht. Lohs ist dafür bezeichnend. Die Hebraisiernng ist notwendig^ gewiß; aber daß hebräische Lieder ohne weiteres schöner sein müssen als deutsch^