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Blau-Weiss-Blätter · 1917-12-01 · 4 (12.1917) · page 22

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
5 (1917-1918)
Issue
4 (12.1917)
Date
1917-12-01
Page
– (sequence 22)
Language
German
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Die Kolonie erschien vor unfern Augen. Wie ein Band erschien sie mit ihren Gärten und weißen Häusern in der Fexne des zarten, träumenden Himmels. Aus dem Hebräischen übersetzt von Arlocoroff. Noch einmal Lockrvitz, Lohs und Strümxfclbrnnn Im letzten Blau-Weißhest wurden uns die Blau-Weißtage zu Lohs und aus dem Katzenbuckel geschildert. Gern möchte auch ich etwas dazu sagen. Wozu vo^ allem dieses ewige Vergleichen mit Lockwitz trotz oher vielleicht gerade wegen der vielen Ermahnungen, es bleiben zu lassen? Wir hätten langst merken können, dafi jeder Bundestag im Rahmen seiner Zeit und ihrer Ereignisse steht, und daß ein Vergleich schon deshalb unfinnig ist. Wenn der Charakter unserer Treffahrten stets derselbe wäre, so wäre das unnatürlich und wurde unsererganzenArt widersprechen^ Denn wir find doch eine Bewegung, eine Jugendbewegung, also nichts Festes, Unwandelbares, sondern ein Lebendiges, das fortschreitet und sich ändert. Dies, unser Lehm, unser Anderswerden sollen wir beobachten und vergleichen, um zu sehen, ob es ein Schritt vorwärts oder ein Schritt rückwärts ist. Denn, wenn es auch keinen vorgezeichneten Weg zu unserem Ziele gibt und wenn wir auch gar oft im Dunkeln tappen, wir wissen doch im Großen Ganzen, was wir als Fortschritt oder als Rückschritt zu buchen haben. In diesem Sinne wollen wir unsere Treffahrten betrachten. Was war Löckwitz? Ich war ja leider nicht dabei, aber trotzdem ist es auch für mich etwas GroßeS- Herrliches — der erste Bundestag! Und Lohs? Trotz großer Fehler, an denen weniger die Führung als wir alle schuld waren, war es ein Fortschritt. In Lockwitz wurden deutsche Lieder mit derselben bellen Begeisterung gesungen wie nun hebräische. Wie kommt Sidney Haskel dazu nicht an die „Gefühle und Stimmungen" zu glauben, die geherrscht haben? Das ist ja Mangel an Vertrauen! Hat nicht ein jeder, der zu Lohs mit uns am Feuer lag, empfunden, daß wir uns tief in „unsere" Sprache hineinleben müssen, daß nur fie richtig unsere Gefiihle und Sttmmungen wiedergeben kann, daß fie ein einigendes Band werden muß, das uns mit unseren Brüdern, mit Vergangenheit und Zukunft verbindet?! Außerdem stand die Treffahrt unter den Eindrücken der traurigen Ereignisse in Valästina. Reinhold Cvhn sprach aus, was wir alle fühlten. Mir ist noch immer als hörte ich ihn zu uns sprechet Das war der größte Fortschritt dieses zweiten Bundestages, daß wir nun die Wirklichkeit sahen und Unsere junge Tatkraft fühlten und uns nicht nur begeisterten^. Auch das war schön! Der Fehler von Lohs, unsere ganz furchtbare Disziplinloflgkeit, scheint sich in Strümvfelbrunn nicht wiederholt zu haben, wenn dort alles so gut Kappte. Also auch da ein Fortschritt. Das Vorherrschen des deutschen Liedes auf dem Katzenbuckel aber scheint mir ein ganz gewaltiges Zurück zu sein. Es wäre doch unerhört, wenn uns die Schwierigkeit der Sprache hindern sollte! Das langsam vorwärts Kommen ist gewiß nicht schlimm. Die Hauptsache ist „vorwärts!" Ich verstehe übrigens nicht, daß es in Strümpfelbrunn am Feuer gerade deshalb schön gewesen sein soll, weil nur wenige teilnahmen. Gewiß, auch auf Fahrten wird es „stimmungsvoller," wenn nur wenige und dazu „gute" Blan-Weiße «it find!! -r Aber wenn ich der Abende am Feuer in LohS gedenke, so packte mich m

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