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Blau-Weiss-Blätter · 1917-12-01 · 4 (12.1917) · page 15

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
5 (1917-1918)
Issue
4 (12.1917)
Date
1917-12-01
Page
– (sequence 15)
Language
German
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sein Gebet hörte. Und sie erwachte, erhob sich von ihrem Lager, den Traum noch in den Augen, und ging und ging lappend und spähend mit. sehnenden Augen zwischen den stummen Schatten der Zypressen, die im Ukondesglanz starrten. Me ein großer klarer Strom ergoß stch des Mondes Glanz auf Fels und Tal, überzog silbern Eoas schwarzes haar, das, aufgelöst ihr über den Nacken stoß und ihren fonnengebräunten nackten Körper; und ihre bloßen Füße badeten im Perlentau, der auf dem Grase lag. Und als ste aus den Zypressen heraustrat und das ganze enge, lange Tal sich vor ihr austat, da blieb ste einen Augenblick stehen, und in der Stille der Nacht und ü« Felsen verlor stch ihr tiefer Klageruf: „Abel, Abel, mein Sohn!" Und Adam erwachte aus seinem Schlaf und stehe, Eva war nicht bei ihm, und er erhob stch und ging ihrer Stimme in der Ferne nach und fand ste ohnmächtig hingestreckt auf Abels Grab; und die Grabeserde war benetzt mit Tränen. Da nahm Adam fein Weib und trug ste auf feinen Armen, wie man einen Säugling trägt, und brachte ste auf ihr Lager. Nach Bne-Brak »on Lärm«« Abraham-Nlichal war seinem Aussehen nach etwa vierM Jahre alt. Er war groß und stark. Leine Angen waren grau und ruhig, seine Bewegungen sanft, fast nachlässig. Dennoch fühlte man in ihm eine ungewöhnliche Kraft und eine ungeheure Energie. Ich lernte ihn in Petach-Tikwah kennen, als er sich gerade zu einer Reise nach Bne-Brak vorbereitete. Er wollte dort bei einem Efferi Hafer kaufen. „Wollen Sie mich begleiten, Herr?" „Gern!" „Augenblicklich habe ich freilich kein Pferd für Sie stei. Sie müssen schon entschuldigen. Wenn Ihnen «in Esel recht ist, so steht er zu Ihrer Verfügung." Nkan brachte mir einen Esel — ein sanftmütiges Tier, grau, etwa so groß wie ein Kalb, mit hervorstehenden Rippen und langen, durchscheinenden Ghren. Wir verließen die Kolonie. Abraham-Michal saß aufrecht und gerade im Sattel, wie mit dem Tier verwachsen. Sein Anzug war einfach: ein weicher, grauer beduth, der sich seinem mächtigen Körper anschmiegte und gleichfarbige weite Hofen. Anter feinem Strohhut

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