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Blau-Weiss-Blätter · 1917-12-01 · 4 (12.1917) · page 16

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
5 (1917-1918)
Issue
4 (12.1917)
Date
1917-12-01
Page
– (sequence 16)
Language
German
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blidte sein gebräuntes, hageres Gesicht hervor, das ein goldblonder Spitzbarl umrahmte. „Meinetwegen muß nun Ihr Pferd so langsam gehen", sagte ich schuldbewußt. „Tut nichts. Ich darf mein« Stute nicht antreiben. Sie trägt." Ich blickte das Pferd an und bemerkte seinen geblähten Bauch. „Endlich darf ich Sie kennen lernen", begann ich nach einer kurzen Pause, in -er ich seinen hageren Körper betrachtete, der wie Erz gegossen war, „ich habe schon so viel von Ihnen gehört." Ein leises Lächeln umspielte seine Lippen. Wir sprachen deutsch. Abraham redete ruhig und schien ein jedes Wort durch die Zähne zu ziehen. Manchmal suchte ich die Unterhaltung auf seine Heldentaten zu bringen, aber er vermied immer eine solche Wendung. Die Kolonie mit ihren prächtigen Gärten lag schon hinter uns. Wir ritten einen niedrigen, glatten Hügel hinan. Das Zelt auf der Kuppe war an kurzen Stangen befestigt und mit Lumpen bedeckt. In der weiten Eingangsöffnung saßen ein Beduine und sein Weib einander gegenüber, er in einem langen, weißen Burnus und sie in einem bläulichen Gewand. Aus ihrem unverschleierten Gesicht strahlten schwärze, glänzende Augen. Sie saßen ruhig und aßen. In der Nähe weidete ein Pferd im Sande. Eine kurze Eisenkette schleppte es hinter sich her. Als wir uns näherten, hörten wir einen Hellen Klang. Das Weib bedeckte fein Gesicht mit einem kurzen Tuch, das nur die Augen frei ließ, und an dem Metallketten mit vielen silbernen und kupfernen Münzen hingen. Abraham hielt fein Pferd am Zelte an und sagte ruhig: „Iaila!" (Wir wollen gehen.) Der Beduinx nickte, wischte stumm mit dem Aermel über sein braunes Gesicht mit der Hakennase, den hageren Wangen und dem schwarzen, spärlichen Bart, und stand bedachtsam auf. Auch sein Weib erhob sich. Sie brachte ihm sein Kopftuch, das der Beduine vorsichtig befestigte. Schließlich gab sie ihm einen schwarzen Mantel, den er überwarf, während er sich zu seinem Pferde begab, das mit seinen niedrigen Hufen im Sande scharrte. Während er das Pferd von der Kette löste, brachte ihm die Frau den Sattel. Abraham bestieg wieder seine Stute und rauchte ruhig seine Zigarette. I« .

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