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Blau-Weiss-Blätter · 1917-12-01 · 4 (12.1917) · page 8

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
5 (1917-1918)
Issue
4 (12.1917)
Date
1917-12-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
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immer noch mehr, die des Ewigen dachten und lieber starben als treulos wurden. Das ärgerte die Heiden, und fie kamen zu Rate und verhängten immer strengere Gesetze. Es wohnte aber in Jerusalem ein Weib Namens Mirjam, die hatte sieben Söhne und war keiner darunter, der ihr auch nur eine Stunde Kummers bereitet hatte. Zu der kamen die Schergen, nahmen ihre Rinder und führten fie in den Tempel des Zeus. „Kniet vor dem Gotte!" forderten sie, „ist er nicht größer als der Eure, der Euch in unsere Hände gab?" Aber keiner der Brüder gehorchte, und die Söldner meldeten es dem Statthalter, -er in der Nähe war. Der ließ Mirjam holen. „Ich bin kein Freund von Blutvergießen", sagte er, „so mahne Deine Söhne, daß fie sich fügen und Zeus die Ehre geben, die ihm gebührt." Mirjam jedoch blickte ihn stolz und ernst an und sagte: „Glaubst Du, daß ich die Seele meiner Kinder weniger liebe als ihren Körper?" Da winkte der Grieche, und die Waffenknechte schleppten einen Keffel voll siedenden Veles herbei: „Die beiden Aeltesten!" befahl der Landpfleger; „werft fie Hinein!" Und so geschah es. Dann wandte er sich wieder an die Mutter: „Bist Du jetzt zahm? Du hast noch viele Löhne zu verlieren". Sie aber sprach mit fester Stimme: „Sie sollen nicht schlechter sein als ihre Brüder." Tränen» los sah sie ihre Kinder sterben. Nun war ihr letzter Sohn daran. Das war ein lieblicher Knabe mit einem Hellen, freundlichen Gesicht, so daß ihn alle, die ihn sahen. Leb halten. Auch der Statthalter hätte ihn gern gerettet. Darum schritt er auf ihn zu, ergriff seine Hände und sagte' freundlich: „Auch Du, mein Sohn, willst sterben? Willst Du nie mehr die Vögel fingen höre», nie den Wald, nie den Himmel mehr sehen? Du bist ja noch ein Kind, so rette doch Dein Leben." Und da -er Knabe schwieg, fuhr er fort: „Was ist denn ein Gebet? Es find nur Worte, die schnell verfliegen. Tu dem Gesetz Genüge — gehorche und niemand soll Dich wieder kränken." Aber der Knabe antwortete: „Ich bleibe meinem Gotte treu und will nicht lügen." „Du bist der letzte Sohn Deiner Mutter", erwiderte der Grieche, „wer soll sie trösten und im Alter pflegen?" Da schluchzte das Kind auf und stammelte: „Ich will-fie fragen . . . . was fie sagt, werde ich tun." Der Statthalter aber nahm ihn hei der Hand und führte ihn zu Mirjam. „Rate ihm gut," sprach er, „erbarme Dich Deines ,2»

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