Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 5 (1917-1918)
- Issue
- 4 (12.1917)
- Date
- 1917-12-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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„vielen, die nach Gerechtigkeit und Recht trachten" und die sich in Schlupfwinkeln am Rande der Wüste zusammenfanden, um sich dem Götzendienste zu entziehen, also einer Parallelbewegung zu der des Mattathias. Von diesen wird berichtet, daß sie, von den syrischen Haschern am Sabbath angegrisfen, keinen Widerstand leisteten/ um den Sabbath nicht zu entweihen. „Und so starben sie samt ihren Weibern, ihren Kindern und ihrem Vieh, gegen sOOO Personen.". Das waren also Menschen, die den Konflikt in der anderen Weise lösten. Zwar lebte die Treue gegen das Gesetz in ihnen ebenso inbrünstig wie in Mattathias, das rein Gedankliche war aber in ihnen so übermächtig geworden, daß jene Einswerdung von. Gedanke und Tat nicht mehr zustande kommen konnte. So bewundernd wir auch immer vor dieser Art Heldentum stehen, dem Heldentum des Märtyrers, so entschieden lehnen wir es doch ab und wir wissen, wohin diese Auffassung des Gesetzes führt. Eine Entwickelungslinie -führt von diesen Märtyrern zu jener Bewegung im Judentum, die, so urjüdisch sie auch in ihren Grundelementen war, LOS Jahre später eine große Gefahr für die Reinheit des jüdischen Volkstums zu werden drohte und aus dem Judentum heraus zur Bildung des Thristentums geführt hat. Was wir dann weiter in den Makkabäerbüchern lesen, das ist zwar Beträchtliches an kriegerischer Leistung und politischer Gewandtheit, aber vom Geiste des Mattathias, von dem, „wie es sich gebührte", ist da wenig mehr zu spüren. — Während jene Märtyrer, die eine Entgleisungsmöglichkeit an sich urjüdischer Anlagen zeigen — im Gegensatz zur Tat des Mattathias, zeigt uns das meiste Folgende die andere Richtung, in der jüdisches Menschentum abzuirren neigt. Bei dem nämlich was dann folgt, vermissen wir, soviel wir auch von glänzenden Erfolgen Hören, immer mehr die Bindung der Tat an den Willen zur Heiligung. Eine schellenlaute Geschäftigkeit, die mit heldischen Allüren austritt, .wird immer mehr das Kennzeichnende jener Epoche, das Nurpolitische, Nurmilitärische verdrängt das, was solchem Tun erst die innere Berechtigung gibt; die hohepriesterwürde selbst sinkt zu einer vielumstrittenen politischen Institution herab, sodaß ein moderner Geschichtsschreiber mit .Recht von jener Zeit sagen kann: „Durch die makkabäische Erhebung wurde das Judentum gerettet und doch zugleich in seinem innersten Wesen mehr gefährdet als durch die Gewaltsamkeit des Antiochus Epiphanes," und auch schon Flavius Josephus steht auf diesem Standpunkte. — Aus dem Gesagten folgt, daß diejenigen unter uns, die meinen.