Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 5 (1917-1918)
- Issue
- 3 (10.1917)
- Date
- 1917-10-01
- Page
- – (sequence 35)
- Language
- German
- Belongs to
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-aß wir —7 mit Hilfe von Max Neumaier-Mannheim, der hier in Garnison stand — einen Jüdischen Wanderbund bilden konnten. wir find etwa 20 Jungens und 20 Mädels. So ganz unerfahren im Wandern sind wir alle nicht, wir haben ja unfern herrlichen Schwarzwald so nahe. Da haben wir denn auch fast jeden Sonntag Fahrten gemacht. Nur bei ganz argem Wetter war die Beteiligung mangelhaft, woran nicht etwa die Furcht vor dem Naßwerden schuld war, sondern die schlechte Ausrüstung und Kriegsstiefel. — Jede Woche sind Heim- oder Spielabende, getrennt für jeden Zug. Nach einem Stadt- und Landheim suchen wir noch, hoffen's aber sehr bald zu finden. Unsere Führerschaft ist noch sehr jung; besonders an die Führer, die fast gleichaltrig mit den Jungens sind, werden große Anforderungen gestellt. Aber es geht ganz gut. Die Jungens werden von Albert Krämer, die Mädels 0011 Grete Goldberg (die zugleich Führerschaftsleiterin ist) und Hanna Strauß geführt. Wir schaffen*« natürlich nicht allein; bei Jungens und Mädels sind noch einige Hilfsführer u. Führerinnen. Unsere Ausbildung übernahmen Hans Oppenheim und Max Hirsch — Berlin, die — zur Zeit in Heidelberg — zum Führerkurs regelmäßig herüderkamen. wir lernten neben jüdischer Geschichte sehr Praktisches für Fahrten und Heimabende. Die beiden haben uns viel geholfen. . Seit Mitte August ungefähr ist unser Bund angeschloffen. Schon vorher haben wir uns mit Blau-Weißen getroffen, so einmal ganz im Anfang mit Worms und dann mit Mannheim. Bei der großen Treffahrt in Strümpfelbrunn haben wir zum ersten Mal richtiges Blau- Weiß . Leben mitempfunden, wir haben dort viel Neues gesehen und wollen die reichen Anregungen für unfern Bund gut verwerten. Gretel Goldberg Lerpzßg. Ferienbetriebl Die Mädels zogen ins Thüringer Land, die Jungens durch reichgesegnete süddeutsche Gaue zum Katzenbuckel. Und die Kleineren hockten mit ihren Eltern irgendwo in der Sommerfrische und spähten nach Blau-Weiß-Abzeichen aus. welch ein Jubel, wenn man. wen aus einer anderen Ortsgruppe traf! Fahrten gabs selbstverständlich und Heimabende auch. Aber selten jemanden, der daran teilnahm. Na, das kann man schließlich verstehen: Ferienbetrieb. Flora Krupenic rNan»»hetn,. In allen Zügen und Gruppen wurde regelmäßig gewandert. Im Juli hatten die Mädels eine Treffahrt mit den Karlsruhern, wo diese ihre Feuerprobe im Kochen mit Auszeichnung bestanden. Von Strümpfelbrunn aus machten unsere Jungens ihre großen Fahrten durch den Odenwald bis zum Main. — Ls blieb verschiedenes liegen in Strümpfel- Lrunn, wer etwas vermißt wolle sich bei uns melden. wir wandern eben in drei Zügen und drei Gruppen. Paul Rothschild und Walter Hirsch wurden als Wandrer zum Führen beauftragt. Martin wohlgemuth, Johanna Benario und Paula Lisemann wurden zu Führern ernannt. — wir danken nochmals Max Hirsch und Hans Oppenheim für ihre treue Mitarbeit. In Strümpfelbrunn sind \ Lodenmantel und \ schwarze Pelerine verloren worden, wir bitten letztere im Schulhaus Oberdielbach abzugeben. Der Finder wird gebeten sich zu melden. Line Taschenlaterne und ein LKffel, die ebenfalls tn Vberdielbach zurückge- U»