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Blau-Weiss-Blätter · 1917-10-01 · 3 (10.1917) · page 34

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
5 (1917-1918)
Issue
3 (10.1917)
Date
1917-10-01
Page
– (sequence 34)
Language
German
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Würzburg, Rothenburg, Heidelberg und Worms, von jüdischen Bauern, die hott in manchen Dörfern derart zahlreich find, daß in den Dorfschulen Hebräisch ge» lehrt wird! Und nicht zuletzt von der Tatsache, daß man dort den Blau-Weiß kennt und sich an früher durchgekommene Blau-Weiße erinnert. <£s macht einen stolz auf unfern Bund l Dann erzählte Vera London, wie fie in einem einsamen Fischerdorf plötzlich eine Blau-Weiße traf. Und darauf folgte Putte Kirschsteins Bericht von dev Glatzer Fahrt. Auch er war mit seinen Jungen von Juden ausgenommen worden. Wahrhaftig, da fleht man, daß jüdisches Volksgefühl noch lebendig ist. — Vera London erinnerte uns, daß diese Rast die letzte im Jahre 56?? ist und durfte mit Freude feststellen, daß wir im Jahre vorwärts gekommen find. Auch heute sahen wir das bei der Verpflichtung einer Wandrerin und der Radel» Verleihung an 2 Jungen. Leider brachte die Rast auch manches Traurige. Unser Führermangel wird immer größer. Putte und Meyer, unsere Letzten stehen vor der Einziehung. Ida Finkelstein verabschiedete stch, um nach Berlin zu gehen. Vera richtete die dringende Aufforderung an uns, jetzt den Zusammenhang nicht zu verlieren und dem Bund über diese schwerste, hoffentlich kurze Prüfung hinwegzuhelfen. Das geloben wir uns denn, sonst find wir einer so wunderbaren Rast gar» nicht wert. Breslau Martin pleßner Frankfurt a. Al. Im Juli, unserem Ferienmonat konnten, da alles „ausgeflogen" war, außer einer achttägigen, schön verlaufenen Wanderung durch*s Aeckartal nur noch 2 Fahrten, 2 Heimabende, j Führersitzung stattfinden. Im August wurde wieder fiebenmal gewandert, dazu kommen noch Heim» abende und 2 Führerfitzungen. Da der Bundestag auf die beiden letzten Tag«? unserer Ferien fiel, konnten ihn leider nur wenige besuchen. Im selben MonaL durften wir unter Anderen auch Martin Nothmann bei uns begrüßen, der uns viele Anregungen gab. Benjamin Rohn weilt z. Zt. auf Urlaub hier, Hilfsführer Franz Ehrmann wurde eingezogen. Fanny D eutsch Hamburg. Unsere Lchwarzwaldfahrt, die uns von Pforzheim bis Homberg führte, verlief mit sechs Mann Beteiligung sehr schön; auf dem Bundestag, waren außer unserer Gruppe noch zwei Hamburger Führerinnen anwesend. Der innere Betrieb läuft im gewohnten Geleise weiter—^ dieLchwarzwald» fahrer müssen stch allerdings erst allmählich an die nicht ganz so schöne Umgebung Hamburgs wieder gewöhnen: — Unseren hebräischen Kurs leitet bei den Jungens ImmanuelEstermann, bei den Mädels ein Lehrer, Herr Fleiß chm an n- Die Fortschritte find recht erfreulich. Unser Singkursus unter Elliot wolffs Dirigentenstab wird hoffentlich die ersehnten Erfolge zeitigen. KurtAbramczyk, unser jüngster Hilfsführer, verläßt uns leider wieder, da er demnächst eingezogen wird. Der Kreis der alten Getreuen wird immer enger. Lchwabacher Karlsruhe t« V. von uns hört ihr heute das erste Mal. Leit r Jahren hat Adolf Reifenberg ,fich die Finger wund geschrieben*, um einen Bl.-W. der «ne zu gründen. Erst in diesem Frühjahr haben stch die Verhältnisse so gestaltet,.

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