Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 5 (1917-1918)
- Issue
- 3 (10.1917)
- Date
- 1917-10-01
- Page
- – (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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fcrnt, bic Münchener — da die Würzburger — in Waldkatzenbach, 20 Minute» Zeit von Sttümpfelbrunn, lagen Berliner Jungen- — in Oberdielbach, 20 Minuten in der entgegengesetzten Richtung, lagen Hamburger, andere Berliner — und so immerfort. DaS war nicht gut so. Denn wenn man nicht gerade wo hin lief, am jemanden zu besuchen, oder wenn nicht direkt eine Feier angesetzt war, bei der man Ach sehen mußte, dann sah man sich eben nicht. So z. B. wenn eregnete — was ja ziemlich oft vorkam — oder auch am Abend, wenn man sich da nicht verabredet hatte, dann stand man vor seiner Scheune und wußte nicht, was nun tun; eS war so schön draußen — und die Nacht lockte einen — aber sollte man nun 10 Minuten wohin laufen uud sich die andern suchen, mit denen man zusammen sein wollte? ES mag viel daran gelegen haben, wenn der Bundestag nicht ganz so schön «nd gelungen war, wie man eS gewünscht und erwartet hat. Bisher war es das einzige, waS wir hätten anders machen können. Denn alles andere verschuldeten nicht wir, sondern einzig und allein der Krieg — weil eben so viele nicht da waren und dadurch etwas von der rechten, wahren Freudigkeit fehlte und das Ganze wohl teilweise ein wenig gequält erschien und bewußt gemacht. Sonst war alles so, wie eS nur hat sein können, und wie man eS von einem Blau-Weiß-Tag erwarten dürfte. Man hat die verschiedenen Bünde — teilweise ganz neue kennen gelernt, hat einen Eindruck von ihnen bekommen, man war stolz zu sehen, wie groß der Blau-Weiß ist, und wie er immer größer wird, hat sich gefreut so viele junge Juden zusammen zu sehen, aus lauter verschiedenen Städten, junge, mutige, wollende Juden. — Ja, eins wollte ich noch sagen: man sollte einen Bundestag nicht so lang machen — die Feier und die Sitzung — also höchstens zwei Tage, nicht mehr. Offiziell dauerte der Bundestag auch nur zwei Tage — nun ja, aber man war doch schon eine Weile vorher zusammen, und das sollte man lieber nicht. Vorher treffen und auf der Fahrt noch zusammen sein, das ja — aber nicht eher an dem Ort sein, wo der Bundestag stattfinden soll. Und noch eins. Es ist wirklich furchtbar schade, aber ich fand, daß unter den Mädchen gar kein richtiger Zusammenhang war, und man sich fast garnicht näher gekommen ist. Einzelne wohl — hier und da vielleicht einige Mädchen, die sich besonders zu einander hingezogen fühlten und zusammen kamen. Aber sonst — im allgemeinen war man doch eigentlich nur mit seinen eigenen Mädels zusammen. Die Trennung zwischen den einzelnen Bünden war da — man begrüßte die andern, redete mal ein Wort, uub war ihnen doch sonst ziemlich fremd. Bei den Jungen war es anders, glaube ich, die schließen sich wohl leichter aneinander. Aber daS ist ja alles gar nicht so schlimm und wesentlich, das macht den Bundestag nicht aus. Das was ihn auSmacht, ist etwas ganz anderes, das kann keiner machen, das ist da. Durch den Geist, der das Ganze beherrscht wird es, durch den ist es. DaS einzig Große und das Allerschönste sind doch nur solche einzelnen Momente, die da herrvorragen und die mehr sind und bedeuten als all die übrige Zeit. So in Lohs, am Nachmittag, als wir nach der Wiese gingen wo die Feier sein sollte. Nur ein paar wußten, wo die Stelle war — die führten, Md alle andern mußten ihnen folgen. Und da mH man sie also dahinziehen über die Wiesen, diese vielen Jungen und-Mädchen, in einem ganz langen Züge, der beinahe endlos schien, denn man hatte nur einen schmalen Weg und mußte daher beinahe einzeln gehen. Und da hatte man sie also alle beisammen und fühlte