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Blau-Weiss-Blätter · 1917-10-01 · 3 (10.1917) · page 14

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
5 (1917-1918)
Issue
3 (10.1917)
Date
1917-10-01
Page
– (sequence 14)
Language
German
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spreizten Beine vorwärts setzend und in ruhiger Bewegung, die bei ihm offenbar nicht mehr Arbeit war, als vielmehr eine Bewegung mit den Armen im Gehen, — wie spielend ganz allein eine hochgewachsene Reihe niederstreckend, als ob nicht er, sondern nur feine haarscharfe Sense in das saftige Gras schnitte. hinter Lewin schritt der junge Mischka. Das freundliche jugendliche Gesicht desselben, mit den von frischem Gras umwundenen haaren» arbeitete selbst mit vor Anstrengung, aber sobald ihn einer anblickte, lächelte er. Offenbar war er bereit, lieber zu sterben, als einzugestehen» daß es ihm sauer werde. Lewin ging zwischen den Beiden; gerade in der höchsten Hitze erschien ihm das Mähen nicht so anstrengend. Der Schweiß, welcher ihn überströmte, kühlte ihn, die Sonne, welche auf seinen Rücken, seinen Kopf und den bis zum Ellenbogen entblößten Arm brannte, verlieh ihm Kraft und Ausdauer in der Arbeit; öfter und öfter kamen jene Minuten des Zustandes der Selbstoergeffenheit, in denen man nicht an' das zu denken braucht, was man tut. Die Sense schnitt wie von selbst. Dies waren ihm glückselige Augenblicke. Noch glückseliger aber waren die, wenn der Alte, an den Fluß gelangend, an welchem die Reihen aufhörten, mit dem dichten naffen Grase seine Sense abrieb und ihren Stahl in dem frischen Wasser -es Flusses badete, alsdann Wasser zu seinem j)ceißelbeer» schnaps mischte und Lewin damit regulierte. „Das ist Kwas von mir", sagte er, „er ist wohl gut?" sagte er und seine Augen zwinkerten dabei. Und in der Tat hatte Lewin noch niemals ein solches Getränk gekostet, wie dieses lau« Wasser mit dem darauf schwimmenden Grün und seinem rostigen Blechgeschmack von den preißelbeeren. Gleich darauf begann wiederum der langsame Gang, die Hand an der Sense, während dessen man den strömenden Schweiß abwische» konnte, mit voller Brust aufatmete und die weithin sich dehnende ganze Reihe der Schnitter überschaut«, wie alles, was sich ringsum, im Walde und auf der Haide, ereignete. Je länger Lewin mähte» um so häufiger wurden die Momente der Selbstvergessenheit, in welcher die Hände schon nicht mehr die Sens» schwangen, sondern diese selbst die Hand bewegte, als sei sie ein Ding mit Bewußtsein, ein lebensvoller Körper, und wie durch Zauberei ohne sein eigenes Zulun, wurde die Arbeit durch sich selbst recht und sorgsam. Dies waren für ihn die schönsten Augenblicke. Schwierig aber wurde die Sache dann, wenn man diese unbe» 44

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