Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 5 (1917-1918)
- Issue
- 3 (10.1917)
- Date
- 1917-10-01
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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mußt gewordene Bewegung zu regeln hatte und denken mußte, wenn es galt, über einen Maulwurfshügel oder einen Fleck mit nichtgejätctem Sauerampfer zu mähen. - Der Alt« vollbrachte dies mit Leichtigkeit. Ram ein solcher Erdhaufen, so veränderte er seine Bewegung und wo sein Absatz war, mit dem Ende der Sense, da Umschnitt er denselben von beiden Seilen mit kleinen kurzen Streichen. Zndem er dies aber tat, schaute er vorsichtig auf und beobachtete alles, was sich vor ihm im Grase zeigte. Bald nahm er einen kleinen Pilz auf und verspeiste ihn, oder gab ihn Lewin zu essen, bald beseitigte er mit der Spitze der Sense «in Gestrüpp, bald erblickte er ein Wachtelnest, von welchem erst dicht vor der Schneide di« Mutter ausslog, bald sing er eine Schlange, die ihm über den Weg kam und hob sie wie auf eine Gabel gespießt auf der Sense empor, sie Lewin zeigend und' dann beiseite schleudernd. Für diesen und den jungen Bauern dahinter, waren diese Bewegungen schwierig. Beide, Li« nur das Augenmerk auf ihre Bewegungen richten mußten, befanden sich unter dem Zwange der Arbeit und besaßen nicht die Rraft, ihre Bewegungen zu ändern, und zu gleicher Zeit auch zu beobachten, was um sie her vor sich ging. Lewin merkte gar nicht, wie die Zeit verging, hätte man ihn gesagt, wie lange er schon gemäht habe, so würde er geantwortet haben, «ine halbe Stunde — und doch war es schon Mittag geworden. Bei dem Anfang einer Reihe lenkte der Alte Lewins Aufmerksamkeit auf einige kleine Mädchen und Rnaben, welche von verschiedenen Gegenden, kaum sichtbar, im hohen Grase und auf dem Wege daher auf die Schnitter zukamen. Sie trugen kleine Päckchen in den Händen mit Brot, und mit Tüchern oben zngebundene Schüsseln voll Rwas. „Da kommen unsere Räferchen herangekrochen l" sagte er, auf die Kleinen weisend und unter der hochgehaltenen Hand nach der Sonne hinaufblickend. Noch zwei Reihen wurden zurückgelegt, dann hielt der Alte inne. „Nun, Herr, wollen wir essen! sagte er kurz. Er ging zum Fusse, die Schnitter kamen durch die Schwaden zu ihren Röcken, bei denen die Rinder, welche di« Mittagsmahlzeit gebracht hatten, ihrer harrend, saßen. Die Landleute sammelten sich — die weiter ab Arbeitenden unter die Wagen, die näher Befindlichen unter einem Gebüsch, welches mit Gras gedeckt worden war. Lewin setzte sich zu ihnen; er verspürte keine Lust, heimzufahren. Alle Befangenheit vor dem anwesenden Herrn war längst ver» schwunden, di« Bauern rüsteten sich zu ihrer Mahlzeit. Die einen