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Blau-Weiss-Blätter · 1917-08-01 · 2 (8.1917) · page 29

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
5 (1917-1918)
Issue
2 (8.1917)
Date
1917-08-01
Page
– (sequence 29)
Language
German
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Regen, und nun wurde gepflanzt, was das Zeug hielt. Feierabend ist dem Namen nach um 6 Uhr, ln den Tagen aber dauerte es stets bis Vs 8. Doch das schadet nichts, den» in den frifd)cn Boden zu pflanzen, ist eine Freude! Wie war das hingegen bei den Tomaten, dem Kohlrabi, dem Blumenkohl, die wir in den ven stoffenen Wochen gesetzt hatten! Da hieß es Wasser schleppen und angießen! Wir hatten jedoch gute Erfolge. Die Tomaten längs des Hattptweges versprechen reiche Ernte, der Kohlrabi zeigt Riesenknollen, der Blumenkohl schließt sich vcrheißungSvoll. Die auf Dämme gesetzten ELurken blühen und ranken sich weithin, die in Mulden (mit echtem, reinen Kuhmist gedüngt!) gepflanzten Melonenkürbisse nehmen wahre Riesendimenflonen an. — Ein Gebiet, mit dem man sich immer beschäftigen könnte, find z. B. auch die Stangenbohnen, besonders natürlich in der Menge, in der sie Lei uns kultiviert werden. Hat man sie nun glücklich so weit, daß sie blühen, so kann man auch jede Woche hingehen und die Ranken, die durchaus nach eigenem Belieben handeln wollen, wieder auf den rechten Weg führen. Aber das ist eine sehr hübsche Arbeit. Wie schön sahen unsere Obstbäume in ihren, reichen Blüteuschmnck auS! Wahrlich: „Die Welt war von Bluten verschneit!" Das kam so über Nacht und verschwand auch ganz plötzlich wieder. Doch ist auch der Anblick eines reifenden KirschüaumeS durchaus nicht nnlieblich! Und nun gehtS zur Johannis-, Himbeer- und Stachelbeerernte! Mehr oder weniger — offiziell —Ließen wir sie auch schon beginnen. Und daß rohe Erbsen gut und siiß schmecken, ist auch Euch gewiß bekannt! Es gibt viele, viele Dinge, von denen ich gerne noch erzählen wollte, doch ist dieser Bericht schon gar zu lang geworden. So mag ich mir noch sagen: ein jeder Tag bringt neue Arbeit, aber auch neue Freuden. Es ist kein Kinderspiel Und keine „Sommerfrische", wenn ,nan mit Ernst bei der Sache ist. Aber wirkliche Landarbeit' leisten, das heißt für jeden jungen Inden: sich selbst erziehen und seinen, Volke dienen. Setzt Euren Willen darein, daß Ihr eS dürft. Ihr werdet die reichste Befriedigung darin finden. z. Z. Peine Else Kober SimonscheS Seminar für Gartenbau Irr den Lüften Was erzählen soll ich, und interessant soll etz auch sein? Gut. Also es war voriges Jahr im Herbst, da bin ich zum ersten Mal geflogen, in die Luft, über L600 Meter hoch. Und das kam so. Wie ich eines Nachmittags über den Flugplatz schlendere, sehe ich meinen Kameraden N., wie er in seinem Albatros sitzt und aus vollen Kräften den Motor auf Stand laufen läßt. Vor den Gummirädern liegen Bremsklötze, das Schwanz-- ende steht auf einem hölzernen Bock, damit die Maschine nicht wegläuft. Denn der Propeller zieht mit großer Kraft und macht starken Wind, daß das Gras sich legt, und den beiden Monteuren, die das Schwanzende halten, die blauen Hosen heftig flattern. ALS ob sie sich nach einem guten Magenbitter schütteln, sieht es aus. Arm schaltet er aus. Lärm und Wind hören auf. Diese Panse benutzte ich, um hrranzutreten mit dem Gruß: „Guten Abend, N. Noch rauf heute?" „Ei freilich- Kleinen Höhenflug? „Ballast gefällig? 65 Kilo? „Gewiß. Immer rein in die gute Stube? Sin Wink; rin Monteur enteilt, um bald zurückznkebren, bepackt mit ' **

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