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Blau-Weiss-Blätter · 1917-08-01 · 2 (8.1917) · page 28

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
5 (1917-1918)
Issue
2 (8.1917)
Date
1917-08-01
Page
– (sequence 28)
Language
German
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Dcrciuft, wenn die Frucht reif ist, die auch 6uzu säen mitge* Holsen, nmhnt uns die Lonne, ju weinen um dich. Nisch Alfred Meyer Landarbeit Jeder Blan-Weiß-Bupd fast hat Ln diesem Jahre ein „Feld", auf dem er arbeitet, säet, gießt, jätet und pflanzt, und an das er reiche Erntehoffnungen knüpft. Vielleicht interessiert eS Euch darum, von einer davon erzählen zu hören, die in diesem Jahre Gartenland „richtig" baut, nachdem sie wie Ihr es schon ein paar Mal auf eigene Faust versucht hat. Wir. arbeiten hier siebzehn Volontäre auf einer Obst- und Gemüseplantage,' die etwa 60 Morgen groß ist. Dies ist nicht nur ein großes Stuck Land, sonder« auch infolge der vorzüglichen Leitung unseres gestrengen Herrn Inspektors ganz vortrefflich ausgenutzt. Da heißt es arbeiten, bei x" Kälte und bei einer Hitze, die der Frostthermometer, der bis 250 geht, nicht mehr anzeigt. Aber man lernt es;, ist sogar auf dem Wege, daL geheimste, innerlichste Stöhnen darüber zu verlernen. Und Disziplin, Strammheit, Unterordnung, Pünktlichkeit werden hier als so selbstverständlich vorausgesetzt, daß ein jeder, der glaubt, er könne in diesen Dinge« noch zulernen, gerade hier in die rechte Schule kommt! Nun aber will ich Euch vom Leben hier erzählen Früh um 7 beginnt der Dienst. Unsere Tätigkeit Allfang Juni war ungefähr folgende: Zuerst gingS zum Spargel. Mit Messer und Korb bewaffllet, zieht man durch die Reihen. Das schärft die Allgen! Denn Schande über Schande, hat man am Tage vorher einen Spargel übersehen: wie ein scheltender Fillger steht eine lange, dünne, grün-violett angelaufene Stallge vor Dir uub mahnt Dich, aufmerksam zu sein. Solch ein Spargel ist natürlich unbrailchbar. — Zuerst geschieht solch Uebersehen ziemlich häufig, allmählich aber cntbccft mau mit Kennerangen die feinsten Sprünge im Sande, die den noch ullterirdischen Spargel verraten. Welche Freude ist es dann, gleich mehrere zu finden: „Familie Lehmann mit eins, drei, fiinf Kindern!" Sind sie aber noch klem, so deckt man sie wieder mit möglichst viel Erde zu und erzielt dadurch besonders lange Sta»lgcll. — Das Spargelstcchen bauerte bis zum Frühstück nm */,9 Uhr. Nach dem Vesper um */*& wurde wieder gestochen. — In ganz großen Betrieben geschieht es dreimal täglich. — Um 9 gingS daun zur Erdberernte. Ei, denkt Ihr, wie lecker! Nun ja, ich will es nicht verhehlen, daß manche Frucht, von der Sonne durchglüht und gerötet, ihren Weg direkt in den Mnnd der Erntenden fand, statt den Umweg über den Korb zu nehmen. Aber: Erdbeeren haben nicht die liebenswürdige Gepflogenheit, in halber Mannshöhe zu wachsen — es wäre zn schön, um wahr zu sein! — Vielmehr werden Erdbeerstämme nur 25 cm hoch angezogen. Und die Sonne, die die Früchte reifen läßt, scheint auch, wenn sie gepflückt werden. Ist es da nicht verzeihlich, wenn man nach vier- bis fünfsti'uldigem Pflücken am Tage fast des Liedes vergißt „Gott hat uns den geraden Rücken — geschenkt"? — Zum Pflanzen kam eS in dieser Zeit wenig, denn eS hatte schon wochenlang nicht geregnet. Zwar standen die Gemüse in den Mistbeeten ganz prächtig, dach konnte man sie nur mit einem nassen, einem trockenen Auge betrachten, da man ihr Verderben befürchten mußte.! Da kam zur rechten, letzten Minute der langersehnt^ LS

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