Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 5 (1917-1918)
- Issue
- 2 (8.1917)
- Date
- 1917-08-01
- Page
- – (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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Pranken erhoben, sie in sein Herz zu schlagen, schon fletschte er die Zähne, sei» Fleisch zn zerreißen .... Zipporah sah es und begriff, wenn sie Mose auch erwecken würde ans seinem Schlafe, er würde doch nicht mehr Zeit haben, seinen Bogen zn spannen. Da nahm sie einen scharfen Stein und schnitt sich in ihr Fleisch und tröpfelte von ihrem Blute auf einen Knochen, den sie iu der Wüste gefunden hatte und warf ihn vor den Löwen. Denn der Geruch der Löwen lechzt nach lebendem Blute und er liest ab von Mose und stürzte sich trinkend auf den Knochen. Da erwachte Mose undspannte seinen Bogen, schoß auf den Löwen und erschlug il)ii. Und als er de» Knochen sah, beträufelt mit Blut. Da merkte er die Gnade, die man ihm erwiese» hatte und er fragte wieder die Töchter Jitros. welche von ihnen ihm diese Gunst getan. Und e8 sprach Zipporah auch diesmal in ihrem Herzen: „Sagen will ich ihm, daß meine ältere Schwester das getan, ist sie doch schöner und klüger als ich, sie soll er zur Frau nehmen/ Und wie sie dachte, so tat sie. Am dritten Tage lag Mose und schlief. Uub es überfielen ihn die treulose» Wächter und banden ihn mit Stricken und verlangten für ihr» ein großes Lösegeld. Da brachte Zipporah all ihre Perlen, ihre Ringe, ihren sonstigen Schmuck«, und gab sie als Lösegeld für ihn. Da verstand Mose, daß sie dieses wunderbare Mädchen war, die die Locke» auf sein Zimmer gebracht, um seine Wunde zu heilen, daß sie ihr Blut vergoffe» hatte für ihn, um ihn den Zähnen des Löwen zu entreißen und er beschwor sie«, ihm die Wahrheit zu sagen. Zipporah gehorchte und erzählte ihm alles, was sie getan. Und sie erzählte ihn», daß sie ihn liebte, mir ihrem ganzen Herzen und ihrer ganzen Seele, auch daß ihre Schwester schöner und klüger sei wie sie und daß sie nicht geglaubt habe, seine Frau zu werden. „Nicht doch, Zipporah/ anwortete Mose, „falsch ist Gunst ohne Herzensgute und wertlos ist Klugheit ohne Gerechtig» keit. Und wisse heute, daß Dich hintergangen haben Deine Schwestern, die Dich herabsetzten, denn nicht sie, sondern Du bist in Wahrheit die Schönheit unter de» Töchter»» und die Edle unter de»» Franc»» MidianS." Und es nahn» sich Mose Zipporah zur Fra»». Wie in Saloniki der Schabbath kommt A»» eitlem Dottnerstag-Nbend kam ich nach Salotliki. Dunkel nnd unheimlich empfing »»»ich die fremde Stadt. Um den Bahnhof eine schreiende Menge, die in einer mir unbekannten Sprache redete. Der Wage»» fährt dnrch eine Vorstadt, die von Mensche»» wimlnelt, trotz der späten Stunde. Dann enge, strlle Straße»», in denen bewaffnete Wächter stehen. Ein dunkler Bazar . . . eine breite Straße mit Läden wie in Berlin oder Hamburg. ... ein freier Platz r»nd dann, plötzlichr das Meer. Ich s»»hr in ein Hotel, setzte mich in das »roch belebte Speisezimmer, verlangte »»ach warrnem Essen. Ei»» Diener brachte mir die Speisekarte. Ich traute meinen Augen nicht: sie war mit h e b r ä i s ch e n Brrchstabcn geschrieben. Eine Speisekarte mit hebräische» Buchstaben — das war merkwürdig! Ich w»»rde plötzlich wieder ganz munter. Und nun sah ich von allen Wänden die lieben, vertrauten Quadratbuchstabe» herab» grüße»». Freilich, lesen konnte ich kaum etwas. Ich wußte-ja noch nicht, dast es Spaniolisch war.