Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 5 (1917-1918)
- Issue
- 2 (8.1917)
- Date
- 1917-08-01
- Page
- – (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2425321-3181713-3181715--0815-3182607- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Feinde flüstern: „Höre nur, Fürst von Put, ich habe gesucht und auch gefundene Aber höher steht der Aegypter als der Sohn irgend eines anderen Volkes, wie der Nil höher steht als irgend ein kleiner Fluß. Die anderen Völker essen ihr Lebtag txockcn Brot — und sie freuen sich ihres Anteils. Aber meine Seele ist verdorrt von diesem bischen Brot, das uns der Teufel täglich bringt. Nach Fleisch ist mein: Verlangen, nach frischem Fleisch in seinem Blute." „Recht hast Du, Potiphera," antwortete sein Freund, „auch mich gelüstet nach lebendigem Fleisch. Und hätte ich nicht Furcht erschlagen zu werden, ich ginge jetzt heraus und erschlüge einen Hirten in der Wüste und nähme seine Schafherde nntr wir wären Hirten in der Wüste und würden nicht mehr Hunger und EStbchruug kennen." Und es wurmte Mose sehr, dieses Böse, daß sie zu tun gedachten, aber er blieb und legte sich nieder im Augenblick, denn er sagte sich: „Man darf sie dem Hunger nicht überlassen, weil sie sich vergangen haben, denn ich bin nicht Gott, daß ich die Bösen und Sündigen bestrafe. Ich will eine Anzahl Mutterschafe von meiner Herde zurücklassen, daß sie, wenn sie berauSkommen und die Schafe sehen, Fleisch, essen und satt werden." Und wie er dachte, so tat er. Uub die Aegypter traten heraus und fanden die Schafe und freuten sich über sie und ließen sie weiden. Und Mal für Mal kam Mose bei Nacht und vermehrte ihre kleine Herde um einige Schafe. Und uad> längerer Zeit hatten sie viele Herden und Vieh. Und sie verkauften Schafe und Rinder den Männern von Midian. Und sie wurden mächtig, und reich und hatten Silber und Gold in Menge. Und Jitro, der Priester von Midian batte 7 Töchter, die weideten die Schafeihres Vaters in der Wüste. Hub alle Töchter waren schön, alle makellos, alle herzensgut. Und es sahen die bösen Hirten, die Herren ans Aegypten, daß sie schon und rein waren und Mal für Mal spotteten sie ihrer und ließen sie nicht tränken ihre Schafe an den Brunnen die ihr Vater Jitro gegraben hatte. Und eines Tages lag Mofe zwischen feilten Herden nur, die Mittagszeit und schlief. Und es träumte ihm, siche/ein Falke und ein Habicht verfolgten eine unschuldige Taube und sie stöhnte und breitete ihre Flügel aus. Und eine Stimme rief ihm zu: „Stehe auf, Sohn AmramS, errette die Verfolgten, vertreibe ihre Bedränger, denn dazu bist Du geboren." Und Mose erwachte, und siehe, eS war ein Traum. Er machte sich auf und ging weit, weit in die Wüste hinein. Und er sah die aegyptischen Hirten, wie sie der Töchter JitroS spotteten und sie verdrängten von den Brunnen ihres Vaters. Und eS flammte auf sein Zorn und er stürzte sich ans sie mit der Gewalt seines Geistes und vertrieb sie und errettete die Töchter Jitros ans ihrer Hand. Die Hirten sahen, daß er stärker war als sie und ließen ab von ihm. Aber sie überfielen seine Herde und begannen alle seine Schafe zu töten. Mose erbarmte sich seiner fehlerlosen Schafe und schrie: „Höret auf, Ihr Grausamen, denn vernichtet Ihr diese Herde, so werden sich Eure Herden nicht mehr vergrößern." Die Hirten schauten einander an und verstanden, daß das der Mann des Wunders war, der Mal für Mal die Schafe zu ihrer Herde gebracht. Und sie traten zu ihm heran und neigten sich vor ihm. Die Hände hielt er vor sein Gesicht, während er sie anschaute, aber sie erkannten ihn und sprachen:- «2