Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 5 (1917-1918)
- Issue
- 2 (8.1917)
- Date
- 1917-08-01
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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gleich von den andern Aepfeln und im Nu fühlte sich der ASnig ge» fand und munter. Er versprach seinem Retter das halbe Königreich, -och dieser erbat stch nur «ine Stadt, nämlich die, in der er geboren war und seine Ellern und Verwandten wohnten. Der ASnig schenkte ihm nicht nur die Stadt, sondern obendrein eine stattliche Gefolgschaft -er besten Ritter. Unbeschreiblich war die Pracht und die Freude, mit welcher der neue Ltadtherr von den Bürgern empfangen wurde. Auch die Juden« schast brachte ihm auf der Burg ihre Huldigung dar. Ihr Führer überreichte einen kostbaren Aufsatz und zwanzig aparte Gläser dazu. Der Burgherr hatte unter den Juden seinen Vater erkannt, der in ärmlicher Aleidung bei Leite stand, und ihm wies er das Geschenk zu. „Der kann es wohl besser gebrauchen," meinte er freundlich, „doch wenn ihr einmal eine Hochzeit oder sonst eines euerer Feste feiert, so möchte ich gerne dabei sein, um mich mit euren Bräuchen und Litten bekannt zu machen. Da lud ihn denn der Führer, der kein anderer als fein Vheim war, sogleich zur Hochzeit seiner Tochter «in, die noch in derselben Woche sollte gefeiert werden, da ja das eine Jahr um und der eine Freier noch immer nicht zur Stelle war. Der Burgherr fand sich auch pünktlich zur Hochzeit ein, ungerade wie das paar zur Trauung schritt, da trat er vor und er» zählte sein seltsames Schicksal. Lein Nebenbuhler zog beschämt ab und er trat an seine Stelle. Er und seine Aindeskinder beherrschten noch lang« seine Stadt in Glück und Frieden. Nun seht ihr wohl: Wem Gott hilft, dem kann niemand schaden. Wie Gott den» armem Freiersmann geholfen hat, so möge er auch uns gnädig sein! Aus den Mitteilungen der Gesellschaft für jüdische Volkskunde Hamburg). Alein Jerusalem Als ESra die Verbannteil aus Babylon zurückführtc, da schrieb er den Inden zu Wonne, welche seit der Zerstörung Jerusalems daselbst in Frieden lebten, sie sollten auch nach dem Lande der Väter zurückkehren. Da könnten sie ja wieder die Wallfahrtsfeste gehörig feiern, was bei der großen Entfernung nicht möglich war. Allein die Wormser Juden fühlten sich in ihrer neue» Heimat so wohl, daß st« übermütig antworteten: „Wohnet ihr in Groß Jerusalem, so wohne» wiri.« Klein Jerusalem." Für diesen Uebermut hatten sie durch die späteren Leiden schwer zu büßen. (AuS den Mitteilungen der Gesellschaft ftir jüdische Volkskunde (Hamburg).)