Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 5 (1917-1918)
- Issue
- 2 (8.1917)
- Date
- 1917-08-01
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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- Rashi 2× ep/1002670
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Aus dem Mittelalter Ueber die Geburt Rafchis wird folgendes erzählt: Rafchis Vater hatte ctttefc wertvollen Edelstein gefunden. Der Herzog der dies erfahren hatte, wollte ihn für ein Kruzifix haben. Aber Rafchis Vater wollte lieber den Edelstein verlieren, als. daß er zur Verherrlichung eines fremden Kultus verwendet würde, und er warf ihn in den Fluß. Da erscholl eine Stimme: „Für diesen Edelstein wird dir em Sohn geboren werden, der durch seinen Geist gleich einem Edelstein glanzen wird." — Und sein Sohn Raschi wurde einer der größten Lehrer, in Israel. Bald breitete sich der Ruf Rafchis aus und sogar Gottfried von Bouillon kam zu ihm als er gegen Jerusalem zog, damit Raschi ihm über das Ende des Feldzuges weissage. Raschi antwortete, du wirst mit einem Diener und einem Pferde zurückkommen." Erzürnt über die schlimme Prophezeiung schwur er, er werde ihn bestrafen, wenn er auch nur einen Mann mehr hätte. — Als nun Bouillon nachdem sein Heer vernichtet wurde und sein Feldzug gescheitert war, nach der Stadt RaschiS kam, hatte er noch 2 Diener und 2 Pferde. Schon überlegte er sich die Strafe, die er dem Raschi geben wollte, da, als er durchs Tor ritt, stürzte plötzlich ein Balken herab und erschlug einen Diener mit samt seinem Pferde. So hatte sich Rafchis Prophezeiung erfüllt. Mannheim Ern st Kaufmann Eine Zamilienmegillah Eine Zage aus Jerusalem") Es war zur Zeit -es Königs Laragasanus im Jahre 516?, -er in Laragossa seine Residenz hatte, in welcher auch viele Juden lebten, die in zwölf prächtigen Synagogen beteten. Es herrschte die uralte Sitte, daß, wenn der König das Iudenviertsl betrat, ihm sogleich die ältesten Rabbinen jeder der zwölf Synagogen mit den heiligen, pergamentenen Thorarollen, die in geschmückten Kästchen verwahrt waren, entgegen gingen. Ihnen schloß sich die ganze Gemeinde an, und während die Rabbinen den beim Anblick des gekrönten Hauptes üblichen Segen sprachen, rief die ganze Gemeinde: Amen! So war es seit alten Zeiten her. Einmal fühlten einige sehr fromme Rabbinen ein Bedenke»«, ob es denn nach talmndischen Grundsätzen feine Entweihung sei, jedesmal sechsunddreißig Thorarollen dem König grüßend entgegenzutragen? Da beschlossen sie, wenn der König wieder in das Iudenviertel käme, aus jeder Synagoge nur drei leere, mit kostbaren Stoffen behängte Kästchen zu nehmen und ihm entgegen zu gehen. So geschah es auch, und sie gingen dem Könige viele Jahre lang mit diesen leeren Kästchen entgegen. •) Aus Frankl, »ach Jerusalem.