Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 5 (1917-1918)
- Issue
- 2 (8.1917)
- Date
- 1917-08-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Stelle um. Unfern gewahrt« er einen großen finstern Torbogen, eilte auf ihn zu und trat ein. Abgemattet wollte er seinen Körper gegen Li« Mauer lehnen, La kam ein Knistern und Rauschen an sein Vhr, als habe er ein seidenes Frauenkleid gestreift, scheu wich er bei Leite, den Raum zwischen fich und der Trägerin sreizugeben, den die Litte gebot. Er blickte ein wenig auf, und gewahrte jetzt, da sein Auge fich an die tiefe Dunkelheit des Gries gewöhnt hatte, neben fich zwei Frauen, die er vordem bei seinen; eiligen und zerstreuten Eintritt nicht wahrgenommen hatte. Doch hatte er ihrer schon nicht mehr, acht —7 so sehr hatten seine trübseligen Gedanken ihn wieder in ihren Strudel gezogen—, als ein seltsamer Ton ihn aufschreckte. Eine der Frauen lachte; es war die, die ihm zunächst stand. Sie lachte mit klanglosen schmerzlichen tauten, zuweilen mengte «in schwingender Ton fich ein wie von zartem zerspringendem Glas. Jetzt aber redete fie mit verhaltener Stimme und doch vernahm er jedes Wort: „Lieh, diese,n war ich als Aind angelobt und er war es, der mich alsdann von fich stieß. Logroß ist sein Abscheu noch heute vor mir, daß er um aller bedacht ist, meine Nahe zu meiden." Dem Ulan» stand alles Blut im Herzen still. Er sah aus brennenden. Augen durch den dunklen Raum auf die, die sprach, und sah endlich «in hochgestrecktes bleiches Weib, mit starren schwarzen Kleidern festlich angetan, haar und Angesicht schimmerten halbverhüllt unter Schleiern, an Brust und Händen aber funkelt« kostbares Geschmeide auf. 3* länger er fie ansah, um so banger wurde sein Blut. Endlich raffte er fich auf, näherte fich ihr und mit gesenktem Blick sagte er voll Zagen: „<D Frau, was redest du?" Ihre Stimme zitterte verschwebend über ihn hin: „Herr, bin ich denn von dir vergessen wie der Tote vom Herzen? Za, ich bin das Mädchen, das dir in Kindertagen angelobt war und später dir so unwert schien. Aber sag mir, was tust du hier?" < „Frau", erwiderte er, „laß dir schlichtweg sagen, ich bin um deinetwillen hergekommen. Ich will dir nichts verhehlen in dieser Stunde. Meine Ehe war ungesegnet, mein Weib ist. unfruchtbar und mir kein Kind geboren. So find unsre Tage in Trübsal verflossen. Sieh, nun aber hat der Rabbi von Lublin mir die Augen aufgetan und ich weiß, mein Leben ist an den Schmerz gefesselt, den ich dir angetan habe. Nur wenn d» mir verzeihen kannst bis zum letzten Frieden, nur dann bin ich erlöst von der Klammer meiner Schuld und in den Tagen unsres Alters wird mein Weib mir Kinder geben und wir werden spät.noch des Lebens froh.-. Durch unendliches Un«