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Blau-Weiss-Blätter · 1917-08-01 · 2 (8.1917) · page 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
5 (1917-1918)
Issue
2 (8.1917)
Date
1917-08-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
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daß auch nicht «ln Funken von Unwillen wider dich in ihrer Stele weitsrglimmt. versteh aber wohl, sehr entrückt ist dir der Vrt ihrer Weilens, unter vielen Nöten wirst du sie aufsuchen müssen. Jetzt zieh nach Balta zu jenem Markt, den sie den grüne» Sonntag nennen. Forsche ohne Rast ihr nach von der ersten bis zur letzten Stunde, nie fei darin müßig und lasse das Zagen nicht Herr über dich werden. Mehr zu sagen ist mir nicht gewährt, dir aber ist befohlen zu suchen und nimmer müde zu werden. Geh hin, und findest du die Frau, so trachte, daß du erfüllest, was sie zur Sühne von dir begehret." Der Mann sagte seinen Dank, machte sich reisefertig und wanderte nach Balta. Mit beklommenem Gemüt erwartete er den ersten Markttag. Im Morgengrauen, als die letzten Buden noch zurechtgezimmert wurden, stand er schon da und sah zu, wie der Platz fich füllte, bis -er wirbelnde Marktlärm um ihn kreiste. Dies laute Treiben war ihm fremd und tat ihm weh. Doch hielt er ihm stand von der frühesten Stunde bis zur letzten niederfinkenden der Nacht und wich nicht eher, bis der Platz öde lag und keine Seele mehr zu erblicken war. Und so tat er den ersten Tag wie den zweiten und jeden künftigen. Und er hörte auf jede Stimme, blickte in jedes Gesicht und frug jede» der ihm Rede stand, um «ine Spur von jener Frau zu finden, die in Iugendtagen ihm angelobt gewesen war. So ging Tag um Tag hin, kein Blick und keine Worte führte» ihn zu seinem Ziele, todmüde, hungrig, das Herz von Enttäuschung verzehrt, stand er die vielen Tagesstunden 'unter Marktschreiern und Feilschern zwischen den Ständen umher. So kam der letzte Tag. Die Raufleute packten ihre Waren zusammen und luden Säcke und Risten auf ihre Wagen, die Fremden verließen in Scharen die Stadt» der Abend nahte, im letzten Tageslicht riß man schon die Bude» nieder. Diesen Tag hatte der Lhassid wie «in Fiebernder ohne Rast alle Gaffen durchstreift und vor allen Herbergen gestanden. Angstvoll hatte er in jedes fremde Frauenantlitz gespäht und jeden Ton einer fernen Stimme, aufgefangen, vergebens wie vordem, und nun ging der Markt zu Ende, die Frist lief ab und seine letzte Hoffnung starb hin. plötzlich bezog fich der Himmel, ohne Dämmerung ging der Tag in nächtliche Finsternis über, «in heftiger Regenschauer prassest« nieder, die Leute ließen Arbeit und Waren im Stich und stüchtete« vor der «indringenden Nässe in die nächsten Häuser. Erst als das Wasser seine Rleider bis auf die haut durchnetzte, schrak der Thasfid auf und sah fich nun auch nach einer schützende«

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