Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 5 (1917-1918)
- Issue
- 2 (8.1917)
- Date
- 1917-08-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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er ihrem Glücke nachzog, sich bis zu seiner Heimkehr von ihrer Hände Arbeit zu ernähren.: So zog er unverzagt nach Lublin, wo er bei dem Rabbi Iaakob Iizchak, dem großen „Seher von Polen", sich meldete, wie der Maggid von Kösnitz ihn angewiesen hatte. Der Lubliner hörte ihn mit verschlossener Seele an und wenig Trost hatte er aus der Aufnahme. Mit trockenen Worten wurde chm die Weisung, sich in der Stadt niederzulaffen und auszuharren, bis die Zeit reif sei, sein Geschick zu lösen. Mit kurzem Gruß entließ -er Meister ihn aus seinem Gemach, nachdem er ihm bedeutet hatte, er würde ihn rufen lasse«», wenn die Stunde da sei. So nahm er in einer bescheidenen Herberge Quartier und wartete geduldig viele Wochen hin. Nach einer Weile begann er zu fürchten, . der Rabbi möchte seiner und seiner Sach« völlig vergessen haben. So mengte er sich unter die Schar der Schüler und in ihrer Mitte zog er zuweilen in des Rabbis Haus, in der Hoffnung, dessen Auge auf fich zu ziehen und chm seine Sache in der Erinnerung wachzurufcn. Allein es schien, daß der Meister es mit Fleiß mied, seiner ansichtig zu werden, und aus dem freudigen Warten wurde bleierne Pein. Traurig lebte der Lhassid seine Tage hin, voller Sorg« um sein Weib daheim, das in Kümmernis fich durchschlagen mußte, indes er, dem Geheiß des Maggid folgend, müßig ging. Tag und Nacht des Rufs ge»värtig. So schinolz seine Barschaft,' so sehr er sich auch mit geringer Aast beschied, und dies machte ihm Sorgen, denn also konnte er im Lauf der Zeiten zum Bettler werden, ehe der Rabbi seiner dachte. Unvermutet traf ihn der Ruf, den er doch so sehnlich erwartet hatte, und also redete Rabbi Iaakob Iizchak zu ihn,: „Deinen Meister, den Maggid von Kosnitz zu ehren, werde ich dir zu Hilfe sein und meine . Hände werden den Knoten lösen, in den die Fäden -eines Schicksals verstrickt sind. Entsinne dich, wie in deinen Knabenjahren deine Eltern einem Mädchen dich verlobt hatten und wie du es späterhin verlassen hast, um einer andern dich zu verbinden, die deinen Augen wohlgefiel. Deinetwillen hat ein Geschöpf unverdient Bitterkeit und Schmerz des Verstoßenseins erduldet, du aber bist deines Weges gegangen und hast ihr Leid von deinen« Herzen abgeschüttelt. Damals hast du die Fessel geschmiedet, die die Freude deines Lebens gefangen hielt, und die Tränen der Verlassenen haben dein Eheweib unfruchtbar gemacht. Willst du das Verhängnis lösen,, so mußt du hingehen, die zu suchen, die du einst so hart gekränkt Haft, und ihr Verzeih» erbitten, so völlig.