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Blau-Weiss-Blätter · 1917-08-01 · 2 (8.1917) · page 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
5 (1917-1918)
Issue
2 (8.1917)
Date
1917-08-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Als er aber geendet hatte, währte das Schweigen des Meisters f* lange, daß sein froher Mut sich wieder minderte. Endlich redete der Rabbi: „Freund, es kann dir wohl geholfen werden, doch ist mir bang, dich auf den Weg zu weisen, der zum Ziele führt. Sieh, schon liegt dein nnd deines Weibes Leben im Schatte» des Niedergangs, und soll euer Wunsch sich noch erfüllen, so mußt du den Gewinn eurer arbeitsreichen Jahre und die Geborgenheit eures Alters, all euer Gut mußt du hinopfern. Den Sohn wirst Du noch in Deinen Armen halten, aber in Dürftigkeit, mühselig und sorgen» reich wirst du seiner Zugend warten. Geh hin und berat es mit deinem Weibe, und ist fie's zufrieden, so kehr wieder, dann will ich dir den Weg weisen.* Der Thassid wandert« heimwärts und alles, was der Maggid ihm entdeckt hatte, erzählte er seinem Weibe. Da sah er, während er redete, wie sie aus tränennassen Augen ihm zulächelte. Ein Schimmer von Holdseligkeit kam über Ke, und jung und unverdrossen schien sie ihm wie damals, als er sie gefunden und erwählt hatte vor vielen vielen Zähren. Sogleich war sie willens und bereit zu aller Arbeit und aller Entbehrung und wollte keine Bitterkeit auf Erden erkennen, wenn ihr noch vergönnt würde, ein Aind aus ihrem Leibe im Licht der Sonne auf ihren Armen zu wiegen. „Sieh," sprach ße, die Unfruchtbaren frösteln ihr Lebtag schon im Todesschatten, was soll mir der Wohlstand und das gemächliche Behagen, wenn ich einst hinscheidsn soll und lass« kein Teil hier auf Erden, in dem ich fortlebe.* So machte der Thassid, wie sie es wollte, sogleich geduldig sich wiederum auf und eilte zum Maggid nachAosnitz, die verheißene Weisung zu empfangen. Der Meister aber sagte also: „Nimm dein bares Vermögen und was an Goldes wert etwa dir im, Hause liegt an dich und was du an Gütern oder Liegen» schäften besitzest, mußt du sogleich veräußern und in bares Geld umwandeln. Damit rüste dich aus und wandre nach Lublin zum Rabbi Zaakob Zizchak. Zhm mußt du sagen, daß ich dich ihm zugesandt habe, und aus seinem Munde empfängst du alsdann den Spruche der dein Schicksal wendet." So tat der Mann, ging heim, verkaufte all fein Gut und nahm das Geld in seinen Beutel an seinem Leibe mit auf die Wanderschaft. . Dar Weib half ihm guten Willens in allem, gab ohne Bedauern Bequemlichkeit und Schmuck dahin und verhieß ihm obendrein, mdes

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