Mannheim
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Blau-Weiss-Blätter · 1917-05-01 · 1 (5.1917) · page 25

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
5 (1917-1918)
Issue
1 (5.1917)
Date
1917-05-01
Page
– (sequence 25)
Language
German
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betrachtet uns eine Zeitlang, lacht dann plötzlich auf, klatscht in die Hände und eilt in den Hof hinab. Am Ende des Dorfes sehen wir einen breiten Randstreifen, der schon von weitem in die Augen fällt, hier beginnt das Gedland. Auf unserem Wege begegnen wir einsamen Palmen und Gelbäumen, doch überwinden wir unsere Lust, in ihrem Schatten zu ruhen, gehen an ihnen vorbei und wenden uns zu den Zelten der Beduinen, die nicht weit von Gaza lagern. Diese Beduinen find als höchst sachkundige Diebe bekannt, doch häufig geben sie gegen geringes Entgelt das Gestohlene wieder an den Eigentümer heraus und helfen ihm sogar, es aufznfinden, falls sie selbst nicht am Diebstahl beteiligt find. Mosche Josfi kennt sie genau und ist bei ihnen wie zu Hause und er hat sich bei solchen Asfairen zwischen den Kolonisten und den Beduinen schon 'mehrfach als großer Diplomat erwiesen. Mosche Josfi schreitet wie ein Soldat fest und sicher aus» aber ich empfinde Müdigkeit am ganzen Körper. Mein Gesicht badet in Schweiß und meine Schuhe schlenkern auf meinem Rücken und drücken wie eine schwere Last. Ich frage meinen Begleiter, wann wir in jene jüdische Kolonie kommen, von der er mir am Morgen gesagt hatte, wir würden dort das Mittagbrot einnehmen. Mosche Josfi springt auf: wie habe ec das nur vergessen, wie habe er nicht daran denken können I Jetzt gingen wir ja einen ganz andern Wegt Dieser Weg sei zwar weit kürzer, die Kolonie befinde sich aber ganz wo anders I Ich richte auf Mosche Josfi eine» vorwurfsvollen Blick. Er schaut auf mich und lächelt gutherzig und schuldbewußt. Dan» spricht er: .fürchte nichts, Bruder, wenn wir hungrig find, dann werden wir von den Vorräten derer essen, denen wir begegnen!" Diese Antwort vermochte mich nicht zu befriedigen und ich zischte mit gemachtem Zorn: „Und wenn wir gerade das Unglück haben, niemandem zu be- Segnen? Dann werden wir ja Hungers sterben!" „Darüber brauchst du dich nicht zu beunruhigen! Der Mensch kann zwei, ja drei Tage ganz ohne Nahrung bleiben, trotzdem schadet ihm das gar nicht." ' Beim Anhören dieser Lebensphilssophie nehme ich einen kleine» Stein vom Boden auf und schleudere ihn mit Macht gegen ein unschuldiges Vöglein, das in der Lust umherfiattert. Ich habe nicht getroffen, doch das Vöglein erschrickt und verschwindet zwitschernd im Himmelsblau. Mosche Jossi lacht laut und rezitiert: „Und es zogen di« Kinder Israel durch di« Wüst« .' . Sein Lachen und seine

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