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Blau-Weiss-Blätter · 1917-05-01 · 1 (5.1917) · page 24

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
5 (1917-1918)
Issue
1 (5.1917)
Date
1917-05-01
Page
– (sequence 24)
Language
German
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holen und dort, rechtsab vom Wege, gebe es einen Feigengarten, der einem Effendi aus dem nahen Dorf gehöre. Die Leigen feien zwar noch nicht ausgereift, aber die Saburhecks trage herrliche Früchte, berühmt in der ganzen Umgebung; es fei daher nur angebracht, zuerst an ihnen unseren Durst zu stillen. Wir nähern uns dein Garten und schlagen die Früchte mit unseren Stöcken ab. Dann wälzen wir sie im Sand, um sie ihrer Dornen zu entledigen, öffnen die Schalen und verschlingen in einem Schluck den ganzen roten, glatten Inhalt. Mosche Iossi findet diese Speise herzerquickend; und so sitzt er gemütlich im Schatten der Feigenbäume, deren Aeste über die Hecke hinausreichen und verschlingt vergnügt diese süßen Früchte eine nach der anderen. Ich beging die Dummheit, zu bemerken, wir würden nie die Maultiere finden, wenn wir noch lange jo sitzen blieben. Und zu meinem großen Schmerze hört Mosche Iossi sofort darauf, steht auf und ist zum Weitergehen bereit. Wir wandern schweigend in der glühenden Hitze weiter. Ringsuni weite Getreidefelder; hie und da erheben sich Anhöhen; viele Wege schlängeln sich vor uns ineinander. Auf einem Hügel steht eine einsame Mühle, ganz in Licht getaucht, mit zerbrochenen Flügeln und schlummert. Gin totes Kamel liegt mitten auf der Landstraße und verpestet die Luft. Tausende von Fliegen umkreisen es summend. Am Horizont heben sichdie Umrisse der Berge von Judäa ab, in einen bläulichen Dunst gehüllt. Ihre kahlen Spitzen blitzen bald hier, bald da in der hellgleißenden Luft auf und die auf ihnen verstreut liegende»» Dörfer scheinen mattweiße Pilze, die aus den Felsklüften e»nporsch»eßen. * Die Sonne steht ganz hoch am hiinmel. Auf einem schmalen, von Kaktusbüschen umgebenen Pfade kommen wir in ein arabisches Dorf, mitten unter die unregelmäßig zerstreut liegenden Lehmhänschen. Die schmutzigen Zelte stehen da init ihren Löchern u»»d Riffen, die als Türen und Fenster dienen, ganz versunken in Licht. Die Grdhügel, die Hof von Hof trennen, gleichen kleinen Wällen und die spitzen Lehmpyrainidcn, in denen der Dünger aufbewahrt wird, erheben sich da und dort wie alte Ruinenüberreste. Auf den Schwellen der Häuser sitzen alte Araberweiber und entlausen ihr Hemd oder suchen einander den Kopf ab. Kinder sitzen auf der Erde und spielen im Schatten der Wände, auf denen Ungeziefer aller Art umherkriecht. Auf einem stachen Dach steht ein halbnacktes junges Mädchen und hängt Wäsche auf eine Lein«, die zwischen zwei pfählen gespannt ist. Das Mädchen 25

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