Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 5 (1917-1918)
- Issue
- 1 (5.1917)
- Date
- 1917-05-01
- Page
- – (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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Haupt nicht zu uns zurückkehren, er könnte ja für immer bei den Rechabitern bleiben — und was soll dann aus uns werden?" Alle lachen und Mosche Iosfi lacht auch mit und sein falten» reiches, mit spärlichem schwarzen Bartwuchs bedecktes Gesicht wird dadurch breiter. Mosche Iossi ist etwa 37 Jahre alt, siink, geschickt und beweglich, doch soll er nach der allgemeinen Ansicht nicht ganz bei verstand sein. Fast ganz Grez.Israel hat er zu Fuß durchmeffen und arabisch spricht er wie ein Araber. Deshalb hat man beschlossen, er »nüffe das Verlorene suchen gehn, er und kein anderer. Ich wurde von dem Plantagenbefitzer ihm zur Begleitung mitgegeben. Der Grund lag auf der Hand: Ich war noch ein Neuling und meine Versäumnis war nicht so fühlbar wie die eines erprobten Arbeiters. <D, unser platagenbesitzerl Gr will mich Lebensart lehren . . . Nun, meinetwegen ... Zum Teufel mit ihm und seinen Rechnungen! Die große Glocke der Aolonie läutet mit Macht, die Arbeiter erheben sich und gehen an ihre Arbeit. Ich und Mosche Iosfi stehen auf, binden uns ein weißes Tuch um den Aopf, das wir mit einem schwarzen Band Zusammenhalten. Unsere Schuhe ziehen wir aus und werfen sie über den Rücken, nehmen unseren Stab aus Mandelholz zur Hand und machen uns auf den Weg. Gin schmaler schattiger Weg führt zwischen zwei Plantagen; von Zeit zu Zeit treffen wir eilend« Arbeiter, die sich verspätet haben. Die Schöpsmaschinen knarren, die Gsel brüllen, die ganze Luft ist erfüllt mit den Stimmen des Lebens und der Arbeit. Allmählich wird der Weg breiter und vor unseren Augen dehnen sich weite Weinberg« aus. Die Glut der Sonne nimmt zu und jetzt erst spüren wir so recht die Hitze des Tages. Der Weg steigt an und nach einer knappen Stunde sehen wir die Aolonie in ihrer gesamten Ausdehnung vor uns, ganz in Grün getaucht. Unsere bloßen Füße verbrennen über dem harten Lehmboden und schürfen sich ab an Steinen, die von der Sonne durchglüht find. Zn beiden Seiten erhebt sich jetzt, wie eine goldene Wand, stehendes Getreide. Die Luft ist hier ganz besonders heiß und ein erstickender Geruch entströmt den, Feld. Große Störche spazieren über das Getreide und stecken ihren Schnabel ernst zwischen die einzelnen Halme, während ihr Aörper auf ihren langen Beinen hin und her schwankt. Mosche Iossi fällt es plötzlich «in, daß es gefährlich ist, barfuß übers Feld zu gehen: man könne von einer Schlange gebissen werden; und wir beeilen uns, wieder auf den großen Weg zu kommen. Mosche Iossi bleibt einen Augenblick stehen, als überlege er etwas, dann winkt er' mir, ich solle rechts gehen, der Teufel werde schon die Maultiere nicht