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Blau-Weiss-Blätter · 1917-05-01 · 1 (5.1917) · page 11

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
5 (1917-1918)
Issue
1 (5.1917)
Date
1917-05-01
Page
– (sequence 11)
Language
German
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begann man, sich allmählich in die neue Lage hineinzuleben. Man erkannte wohl, daß der Verlust sehr groß war Und die Ernte dieses Jahres verloren, aber die Weinbergs und Grangengärten lebten utiöwürden weiter leben, und das war allen ei» großer Trost. Man richtete sich nun den neuen Bedingungen entsprechend ein. Das Geld, das man verborgen hatte, solange das Vorratshaus für alle geöffnet war, zog man jetzt aus dem Beutel. Die Weinkellerei verteilte auch ab und zu Geld an die Winzer. Die Mandelbesitzer erhielten von der Tarmel-Gesellschaft Vorschuß auf ihre Mandeln und, obgleich auch sie unter der Heuschreckenplage gelitten hatten, war der Ertrag nicht schlechter als in einem andern schlechten Jahr. Einige fanden auch noch andere Leihquellen. Diejenigen, die Pferde besaßen, verkauften sie der Heeresverwaltung und verdienten etwas dabei. Einige andere wurde»» Kaustente. Wie es auch iimner war, fast alle Winzer und Grangenbesitzer ordneten ihr Leben, und wen» auch der Heber» fluß der vergangenen Jahre fehlte, so brauchten sie sich doch nicht übergroße Einschränkungen aufzuerlegen, und n»»r wenige blieben in bedrängter Lage zurück. Auch die Arbeiter des Weinkellers blieben auf ihren Plätze,», arbeiteten nur 3 Tage in der Woche, bekamen «inen Teil des Lohnes, der aber mehr ausmachte, als die übliche töhnllng für 3 Tage. ... So hatte sich das Leben in der Kolonie »»ach und nach geordnet,' alles hatte sich der neuen Lage angepaßt, denn letzten Endes bildeten Kolonisten, Arbeiter und Beamte der Weinkellerei und die wohlhabenden Einwohner zwei drittel der ganzen Kolonie. Allniählich wandte man feine Aufinerksamkeit wieder der Ausgestaltung des Lebens zu. Junge Leute, Mädchen und Jungen der Kolonie, hielten Vorträge, richteten ein Lesezimmer ein, in dem man an einigen Abenden der Woche zwanglos zusainmenksnrmen konnte, was besonders für die Arbeiter, die weder Licht noch Lainpe besaßen, «ine Wohltat war. Der gute Gesundheitszustand in der Kolonie hatte natürlich eine günstige Wirkling auf die seelische Verfaffung. Die Schule war geöffnet, und die Schüler, die in diesem Jahre ihre Abschlußprüfung machen sollten, lernten und bestanden das Examen. So hatte sich das Leben in der Kolonie in» allgemeinen ziemlich gut entwickelt, aber im Lager der Arbeiter sah es traurig aus. Die Arbeit zur Abwehr der Heuschrecken war beendet, das Vorratshaus geschlossen, und die Arbeiter waren der größten Not ausgefetzt. Vom amerikanische,» Hilfsfond, der Geld für Notstandsarbeiten hergab, \o

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