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Blau-Weiss-Blätter · 1917-05-01 · 1 (5.1917) · page 10

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
5 (1917-1918)
Issue
1 (5.1917)
Date
1917-05-01
Page
– (sequence 10)
Language
German
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dem Tage ab, da die Heuschreckenplage von unserer Kolonie genommen ward. Denn nachher beginnt eine neue Epoche in ihrem landwirtschaftlichen Lebe». Es war am Anfang des Zusammenbruches, als der Waad der Kolonie ein Vorratshaus für alle Löhne der Kolonie errichtet«. Aus diesem Vorratshaus erhielten sie Nahrung, die einen gegen Barzahlung, die andern gegen Scheine vom Arbeitgeber oder auf Kredit. Aber bald schmolzen die Vorräte, die in diesem Hause aufgespeichert waren, zusammen, und nur das Wichtigste blieb übrig — Brot und Gel Dieses wurde jedem nach seinem Bedarf und der Anzahl seiner Familienmitglieder zugeteilt. Die Lage der Arbeiter war sehr schwierig, denn von Brot allein kann der Mensch nicht leben, insbesondere nicht der Schwerarbeiter. Aber solange noch Brot in ausreichender Menge vorhanden war, war die Sorge nicht gar so groß, besonders da sie von Zeit zu Zeit durch Arbeit Bargeld in die Hand bekamen und auch der Waad auf Anweisungen der Arbeitgeber Bargeld auszahlte. So war die Lage bis zum Schluß der Heuschreckenperiode. Zn jenen Tagen, als die Hände im Kampfe gegen den schrecklichen Feind erschlafften, als di« Geldquellen mehr und mehr wegen der großen Ausgaben in diesem Kampfe versiegten, als die Verzweiflung wuchs, die Winzer es nicht mehr wagten, nach ihren Weinbergen zu blicken, die Grangenbesitzer nach ihren Plantagen und aller Gesichter einfielen, in jenen Tagen schloß der Waad das Vorratshaus und gab kund, daß jeder für sich und sein Haus selber Brot beschaffen müsse, denn dem Waad war es nicht mehr möglich, die Kolonie weiterhin mit Brot zu versorgen. Zn der Tat konnte der Waad das Vorratshaus nicht länger aufrechthalten, denn fast alle Söhne der Kolonie, mit wenigen Ausnahmen, ob sie auf Hilfe angewiesen waren oder nicht, alle betrachteten es als selbstverständlich, daß sie dar Vorratshaus des Waad in Anspruch nehmen konnten. Und daher wuchsen di« Ausgaben und wurden immer größer. Nach dieser Bekanntmachung des Waad war die tage derjenigen Einwohner, die in Wirklichkeit aus sein Brot angewiesen waren, sehr schlecht. Keiner wußte, wie er sich für den kommenden Tag «inrichten sollte, und außerdem stieg die Verzweiflung beim Anblick der verdorrten Weinberge, der entblößten Grangengärten und der von jedem Grün entkleideten Mandelbäume. Es fehlte der Mut, mit irgend einer Arbeit im Haufe oder im Felde anzufangen. Aber als die ersten Tage der Verzweiflung vorüber waren,

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