Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 4 (1916-1917)
- Issue
- 6 (4.1917)
- Date
- 1917-04-01
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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gekaufte Fische nicht sogleich in das Aquarium zu setzen, sondern sie erst einige Tage in Quarantäne zu halten. —- Noch Vieles ließe sich sagen; das Beste ergibt die Praxis. Wer Lust und Liebe hat, möge sein Glück versuchen Er wird eS nicht bereuen. Berlin Karl Glaser wie ich botanische Kenntnisse erwarb Wenn diese Blätter erscheinen, naht wieder der Frühling; sicherhat mancher Wanderer schon seine ersten Schneeglöckchen gefunden. Da ist es Zeit, daß ich euch von dem erzähle, was mir in den letzten Jahren viel bedeutet hat. Vielleicht kann ich auch manchem anderen damit etwas geben. Als ich von der Schule auf die Universität kam, waren meine botanischen Aenntniffe noch außerordentlich gering, und als ich Führer im Blau-Weiß wurde, stand ich vor denselben Schwierigkeiten, wie sehr viele von uns: sich ein Gebiet, dem man zwar Interesse entgegenbringt, von dem man aber nur sehr wenig weiß, von neuem zu erschließen. Von neuem: denn auf der Schule hat man ja auch schon die ersten Versuche gemacht. Aber damals war doch die Botanik ein Schulfach, zu dem man Stellung nahm wie zu allen anderen: war auch das Interesse noch so groß, mißtrauisch war man dennoch. Draußen auf der Wiese oder im Walde, da waren die Blumen etwas ganz anderes als in der Schule. In der Schule hatten sie oder 8 Staubfäden und standen in Aehren oder Rispen oder Trauben. Auf der wiese, da waren sie bunt, man band Aränze aus ihnen Und freute sich, wenn man sie sah. Ls kommt aber glaube ich, bei jedem eine Zeit, wo es nicht mehr genügt, die Blumen als etwas außerordentlich Schönes,, anzusehen. Man möchte doch in nähere Beziehungen zu ihnen treten, möchte wissen, wie sie heißen, möchte ihre Lebensbeüingnngen erfahren. Es geht ja anderen Dingen gegenüber ebenso. Als ich in die Schule ging, traf ich unterwegs meist dieselben Menschen. Es wurde mir zum Bedürfnis, gerade sie zu treffen. Später machte ich mir Gedanken,, wer sie find, und was sie treiben mögen. Ebenso erging es mir mit den Blumen, wenn ich nun auf Fahrt eine Trödlerin traf, die über Lank ging, oder «ine Bäuerin, die ihre Einkäufe besorgen wollte, so machte ich sie zu meinen Lehrern. Stundenlang schritt ich neben ihnen aus, und es war anstrengend. Seid ihr schon einmal mit Dorffrauen ein Stück Weges gegangen? Die schreiten aus, anders als unsere Mädels in der Stadt. Ich ging neben ihnen her, und sie erzählten mir von der Blum«, die Blutstropfen vergießt, wenn ein Geliebter sie zerdrückt.