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Blau-Weiss-Blätter · 1917-04-01 · 6 (4.1917) · page 15

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
4 (1916-1917)
Issue
6 (4.1917)
Date
1917-04-01
Page
– (sequence 15)
Language
German
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ist er schnell zu Hause, kennt bald seinen Pfleger, und lebt mit seinesgleichen und allen anderen Fischen in lustigstem Unftieden. Diese Munterkeit steigert sich in der Laichzeit Ende April bis Ende Juni zu lebhafter Erregung. DaS Männchen beginnt am Boden ein kugelförmiges Nest zu bauen aus Wurzelchen, Pflanzenteilchen, Qnarzstückchen uub Holzsplittern. Unter lebhaftesten Liebes- und Werbespielen, oft mit Gewalt, sucht es das Weibchen zum Eintritt in den Ban zu veranlassen. An allen Gliedern zitternd, in den herrlichsten Farben prangend wartet es am Eingang, bis das Weibchen abgelaicht hat. Von der rührenden Fürsorge des Vaters für seine Brut, von seinem Verhalten den ansgeschlüpften Jungen gegenüber könnte ich seitenlang erzählen — aber ich will euch die Freude am Selbstbeoüachten nicht vorweg nehmen.— Ebenso interessant fiub die Liebesspiele des Bitterlings, einer munteren Weibfischart, die ihre Eier in die Kiemenöffnnugen der gemeinen Teichmuschel oder Malermuschel legt — auch hier strahlt das Männchen in allen Regenbogenfarben, wenn es um das unscheinbare Weibchen wirbt, das zur Laichzeit eine lange rötliche Legeröhre entwickelt, durch die eS die Eier an ihren Bestimmungsort ausstäßt. Der Bitterling bevorzugt wie alle Weißfischarten — Rotange, Goldorfe oder wie die lebhafte Ellritze sauerstoffreiche, schnellfließende Gewässer. In der Ruthe z. B. kann man diese Fischchen häufiig spielest sehen, übermütig durchs Waffer huschen, bald über die Oberfläche sich schnellend, bald bis zum Grund tauchend, ' nur mit einem Gefährten spielend, nur einer fliehenden Beute nachjagend. Viel fauler, ihrer großen Zähigkeit wegen aber zu empfehlen sind die Karpfenarten, zu denen Karausche, gemeiner Karpfen, Spiegelkarpfen, Goldkarpfen und Goldfische gehören. Sie lieben altes Wasser mit moorigem Grund, nehmen aber schließlich mit jeder Lage vorlieb. Ihr Aussehen ist allgemein bekannt; Goldkarpfen, Goldfisch und Goldschleie sehen im Grün der Pflanzen recht hübsch aus, so langweilig ihr Wesen sonst sein mag. Alle oben genannten Arten vertragen sich in entsprechender Größe recht gut miteinander, wenn sie auch alle, selbst die sogenannten Friedstsche unter ihnen recht arge Räuber sind, sobald sie mit viel kleinen Tieren in demselben Glase znsammenhanseu. Mit gleich großen oder etwas größeren Friedfischen aber vertragen sich sogar junge Hechte, Barsche oder Zander; nur junge Aale, die im Handel oft angeboren werden, halte man besonders, da sie den anderen Fischen häufig die Flossen zerfetzen. All diese Fische nähren sich von Wasserflöheu, Mückenlarveu, von kleinen Stückchen Regenwurm — die Regenwürmer tötet man vor dem Zerhacken durch Begießen mit kochendem Wasser und streicht sie zwischen zwei Löschblättern sauber aus — von Bachflohkrebsen und Wasserasseln, frischen .Ameiseneiern und kleinen „Futterfischen" oder Kaulquappen. Im Winter eignet fich zur Fütterung das bekannte Fischfutter Piscidin, in der DnrchschnittSkörnung 00, dem man fein zerriebene an der Heizung getrocknete Salatblätter hinzusetzen kann. Niemals gebe man mehr als die Fische sofort verzehren können, nie füttere man mit Brotkrumen, Fleischstückchen oder Oblaten. Futterreste entfernt man möglichst bald. Man benutzt dazu den sogenannten Stechheber, der in allen Aqnarienhandlungen für 0M M 0,75 M. zu haben ist.

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