Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 4 (1916-1917)
- Issue
- 6 (4.1917)
- Date
- 1917-04-01
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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AuSbreiLuttgSfäbigrcit ist unbegrenzt. Wasserpest freilich hat den Vorzug, daß sie immergrün bleibt, während Hornkraut feine Blätter im Winter verliert. Haben wir Glück, so finden wir im schlamrnigen Boden die anmutige Sumpfschraube mit ihren langen grasähnlichen Blättern, das Pfeilkraut, das ähnlich aussteht, aber an dünnen Stielen lanzettförmige Schwimmblätter zur Wasseroberfläche emportreibt, mtb baS- Tausendblatt mit seinen anmutigen und feinen Linien. Diese Stauden pflanzen wir zu Hause in unser Aquarium, indem wir die vorher gestutzten Fangwurzeln mit den Fingern oder einem stumpfen Holzstäbchen in den Boden drücken. Nun wenden wir uns zu einem Teil des Sees dicht am Ufer, dessen Oberfläche mit einer dichten sattgrünen Masse kleinster Blättchen bedeckt ist, anderen Unterseite zarte Wurzeln ins Wasser herabhäugen. Es ist Entengrütze, jene Schwimmpflanze, die jeden Dorftümpcl, jedes stehende Gewässer im Sommer überzieht. Die dichten, dunkleren Polster dazwischen sind schwimmendes Wassermoos. Auch etwas- Froschbisz, mit breiten herzförmigen Blättern sowie einige Stauden deutschen Wafferarns nehmen wir mit heim. Schließlich sehen wir uns unter den Sumpfpflanzen um. Sie dienen zwar nicht , der Durchlüftung des Wassers, da sie Untcrwasserblätter selten ansetzen. Aber sie wachsen hoch über den Rand des Aquariums empor, blühen oft herrlich und machen dem Pfleger viele Freude. Hier find zu neunen Feuerlilie und Calmus, Sumpfdotterblume, Vergißmeinnicht, Wasseraloe und Pfefferminzkraut. — Bald zeigt es sich, daß nicht nur diese Pflanzen unserer Mühe Preis waren. Mit den Pflanzen fingen wir eine Unzahl Tiere; die großen, grauen, gefräßigen Larven der Seejungfer, zahlreiche Wasserasseln, Bachflohkrebse, Wasserskorpione kleine, röte Wassermilben; dazu allerlei Mücken- und Fliegenlarven, die merkwürdigen Larven der Köcherflicgc in ihren ans Holzresten, Sandteilchen, Stengel- und Blattstttckchen gefertigten röhrenförmiger! Häuschen, allerlei Schnecken, Waffcrspinncn, die in ihrer Luftglocke unter Wasser auf Beute lauern, Wasserläufer mit langen Beinen auf der Oberfläche eirrherflitzend, Nückenschlvimmer, gallertartigem Fisch- und Froschlaich. Ja, auch ein kleiner Salamander, eidechseuähnlich mit dunklen Tüpfelchen auf graubraunem Körper und Hellem Bauch befindet sich unter der Beute und schließlich im Gewirr der langen grünen Fadenalgen, die zwischen den Schlingpflanzen wachsen, ein paar käum sichtbare ganz junge Fischchen. Einige dieser Gefangenen lassen wir wieder frei: die Wasserkäfer, großen Larven, Wasserlänfer, Wasserskorpione und Rückenschwimmer; sie alle sind arge Fisch- und Laichräuber und gehören ins Jnsektenaquarinm, von dem auch all rlei zu berichten wäre; ebenso gern verzichten wir auf die große Tnrmschnecke; denn sie ist in ihrer Gefräßigkeit eine böse Pflanzenseindin. Das andere Getier jedoch setzen wir in unser Aquarium ebenso die Pflanzen, von denen wir vor dem Einpflanzen die Algen, besonders die großen Fadenalgen entfernt haben, v Nun geht's auf Fisckjagd. Da heißt'- freilich ruhig stehen, um die Scheu ^'her Tierchen einzuschläsern. Aber bald kommen sie in Scharen näher, schwimmen um unsere nackten Beine, ja picken selbst an die Haut unserer Füße.' Nun aufgepaßt und heran mit dem Netz; bald zappelt so ein silberglänzendes Tierchen zwischen den Maschen. Wir betrachten es, und erkennen es als den dreistachligen Stichling, unseren gemeinsten Raubfisch, ein munteres, filbergraues Kerlchen von 3-4 cm Länge, der unsere stehenden Gewässer tn dichten Scharen bevölkert. Im Aquarium *39