Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 4 (1916-1917)
- Issue
- 6 (4.1917)
- Date
- 1917-04-01
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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oft verdirbt, ist ein Zeichen dieser Verarmung, ein Ersatz für den Mangel innerer Anteilnahme. Aber die Anlage zum Besseren ist vorhanden und imifj gerecht werden. Dar beste Mittel dazu ist, daß wir uns gewöhnen, „Kleines" .zu beobachten, Einzelheiten der Landschaft und des Lebens in ihr, und nicht immer nur „Bilder" zu sehen. Maeterlinks „Bienen", Kiplings Erzählungen aus dem Dschungel, viele Bücher der Kosmosbibliothekjapanische Farbenholzschniite mit der Darstellung von Pflanzen und Deren — schönster Schmuck für Land- und Stadtheime — mögen euch lehren, was ich meine. Ich möchte auch an jenes Gedicht von Goethe erinnern, das in Kanaan zur Zeit Ehristus' spielt. Um einen toten Hund drängt stch die Menge, spöttelnd, schimpfend, höhnend über dies jämmerliche Stückchen erstorbenen Lebens, das einem Jeden häßlich und widerwärtig erscheint. Da tritt der Meister hinzu, lächelt gütig .und spricht: „lvie schön find seine Zähne."- In indischen Sagen reden Einsiedler zu Tieren und Pflanzen: mein Bruder Baum, meine Schwester Reh . . . Wer der Natur so nahe ist, wird kaum eine langweilige oder häßliche, Gegend finden. Ein Ameisenhaufen, die Vögel in der Lust — wer bemerkt den krei- -senden Falken oder erkennt ein Volk Enten am Flughild? Wild am Waldrand, ein Baumstumpf voller Käser, Puppen und Larven, ein Tümpel mit seinem vielfältigen Leben, die Menge der Bäume und Blumen, das Getreide auf den Feldern — alles ist ihm gleich wichtig, das alles will er kennen lernen, um es wirklich lieben zu können. In der ruhigen Beobachtung liegt eine stille Kraft, die stark genug ist, die Menschen glücklicher und besser zu machen. Liebe zur Natur läßt sich nicht erzwingen; aber Beobachten läßt sich erlernen. In diesem Zusammenhang werdet ihr die Notwendigkeit dieser Kette von Aussätzen begreifen, deren erstes Glied der nachfolgend? Artikel „Das Aquarium" ist. Das Aqnarium Wer sich ein Aquarium einrichtet zaubert sich ein Stückchen Natur in die Naturfcrue seines Zimmers. Je besser er die Verhältnisse in Teich und Fluß, die LebenSbedinguugen von Fischen und Pflanzen kennt, desto mehr Freude wird er daran haben. Unsere Fahrten bieten die Möglichkeit, diese Kenntniffe zu erwerbe». Wer nur einmal an einem Wassergraben gelegen und längere Zeit das Leben darin beobachtet hat, wird Vieles gelernt haben und staunen über die Reichhaltigkeit der Daseinsformen in so einer Pfütze; er wird Lust haben mehr zu erfahren; wird Nachlese» und ftagen. Viel Anregendes, gute Bilder, praktische Winke bieten die Bücher der „Bibliothek fiir Aquarien nnd Terrarienkunde" (Verlag von Gustav zss