Mannheim
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Blau-Weiss-Blätter · 1917-02-01 · 5 (2.1917) · page 28

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Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
4 (1916-1917)
Issue
5 (2.1917)
Date
1917-02-01
Page
– (sequence 28)
Language
German
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And wenige, Ehauukkah haben wir in kleinem Kreis gefeiert. Ein „Teil" unserer Wanderer — die Manemer dürfe net verrate wieviel — war mit den Mannheimern auf derFerienfahrt im Odenwald. herzlich froh sind wir, daß unser Euqen Stern nicht gefallen, wie es anfangs hieß, sondern nnverwundet in franzSfischer Gefangenschaft ist. Jur Februar wird wahrscheinlich Max Stern wieder führen können. Schaloml Max Stern Hanr^revg. Lhanukkah feierten wir diesmal nicht so wie wir es in früheren Jabren begangen halten, im großen lichterglänzenden Saale, besucht von vielen Gästen; aber wir feiertln es auch nicht wie wir es jetzt hatten begehen wollen, bei lodernder Flamme im Freien, auf dem Gelände der öden, verlassenen Bergedorfer Ziegelei, denn der Schultheiß des Städtchens hatte vermutlich die revolutionierende Macht unseres Feuers gefürchtet und verweigerte uns die Erlaubnis. So blieben wir zu Sause und feierten das Fest in unserem Seim, die Jungens am dritten Tag, die Mädels am siebenten. Und wir gedachten jener Makkabäer, die den Tempel gereinigt hatten von Entweihung und Besudelung; und dachten auch der heutigen jüdischen Tapferen und unserer Freunde da draußen, und einer harten, arbeitsschweren Zukunft unserer Gemeinschaft. Und alle waren sich bewußt, vor welche ernsten Aufgabe die Fricdenszeit unseren Bund stellen wird, wieviel noch an Arbeit zntun sein wird, um alle Möglichkeiten äußerer und innerer Entwicklung auszunntzen. persönliches: Else Hirschfeld Hot uns leider Ende Dezember, hoffentlich für kurze Zeit nur, verlassen und ist in Harzburg. Aus dem Felde besuchte uns auf Urlaub: S. Wertheim, S. Traubermann, M. Goldschmidt. W. Hirschfeld. — von Huge Traubermann (zuletzt in Rumänien) haben wir seit September keine Nachricht^ Isa ac Schwabacher Eelpztg. Auch wir müssen immer mehr von unseren Führern entbehren^ doch Jungen und Mädel wissen, was sie jetzt dem Blau-Weiß und den Freunden draußen schuldig sind, .und halten trotz aller Schwierigkeiten fest zusammen Wir wandern so oft wie nur möglich und treffen uns auf Heim- und Liederabenden. Lhanukkah im Landheim bestärkte in uns das Gefühl der Zusammengehörigkeit »nd wir gewannen frischen Mut und neue Zuversicht für unsere Weiterarbeit öus den gemeinsam verlebten Stunden. Denen, die diesmal nicht bei uns waren, sollten unsere Lhanukkahsendungeu sagen, daß wir ihrer dachten. Unser Führer AnsHelnr Frank erhielt die St. Heinrich's Medaille in Silber und wurde zum Unteroffizier befördert. Theodor R e u m a n n ist jetzt auch eingezogen. Minnie Neumann Manrrheßnr. Fast den ganzen Winter liegt die Rheinebene in unfreundlichem Nebel. Da ist es eine Erquickung, aus dem Dunst hinaufzusteigen in die Aare Lust der Odenwaldberge, und einzig schön ist der Blick von sonniger Höhe auf das tief unten liegende Nedelmeer. So waren die Fahrten besser besucht, als die Jahreszeit erwarten ließ; trotz der Klagen der Eltern über die „Schwierigkeiten der Nahrungsmittelbeschaffung" — die Jungens futtern allerdings unheimlich. Doch gelang es, mit der Maffenfpeisung des Hordentopfes alle Schwierigkeiten er« folgreich zu überwinden und neue Talente der Koch- und Ofenbaukunst stiegen ans Tageslicht. » Mit. unserer jüdischen Arbeit auf den Heimabenden glauben wir auf rrch« . ■ >■: m

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