Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 4 (1916-1917)
- Issue
- 5 (2.1917)
- Date
- 1917-02-01
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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nächst«« Tagen an die Hochschule »ach Prag gingen. Wußten zwar wir und sie. daß sie ihre Tätigkeit im Prager Blau-Weiß fortsetzte» würden, so war eS dennoch, als ob sich ein Stück von uns selbst trennte, da zwei der Besten au« unserer Mitte schieden. Nicht »ur für sie schlug die Abschiedsstunde- Auch Moritz Stern, der von seinem Regimente 4 Wochen Matura-Urlaub erhalten hatte, und Alsred Markus, «in Berliner Wandcrbrnder, der uns in der viel zn schnell verlaufenden Zeit seine» Kuraufenthaltes so lieb geworden war, verbrachten heute den letzten Abend bei nnS. Dann aber ward es still; die beide» Kerzen wurden «»gezündet, die Lampions und Transparente gaben ihren bunten Schein und machten das Dunkel traulich. Lieder erklangen leise, es wurde, gesprochen und vorgelesen: .--- Sieben Tage sollt ihr in Laubhütten wohne»; wer «inheimisch ist in Israel, der soll in Laubhütten wohnen» daß euere Nachkomme» wissen, wie ich die Kinder Israel habe lassen in Hütten - wohnen, da ich ste airS Acgyptenland führte. Ich bi» der Herr, euer Gott.--" Und die Worte des TscheruiwchoSkyschen Wiegenliedes blieben nnS in die Obren: „llub am Tag, wo Fahnen wehen — . feige ist »lein Junge nicht — in das Lager zu den Helden. . '' wenn durch Dämmrung Sonne bricht!". ' Noch nie hat einer von uns so Sukkoth gefeiert uild die tiefe Schönheit diese» Festes gefühlt, das uns erinnert» wie vor vielen tausend Jahren unsere Väter in heißer Wüste unter sternenglänzendem Himmel in Zelten läge,». — — Dann noch einige Worte deS Gedenkens und des Abschieds, und all die auf „ns einstürmenden Gedanken tasten, suchen sich zusammen, verdichten sich und finden' ihren Ausweg in deni vertranten Klang der Weisen unserer hebräischen Lieder. Teplitz.Schöna« HanSStraßer ' Lhanukkah Wir wanderte». Zuerst auf einer Landstraße, die inmitten weiter Felder lag. Hier hatte der Wind freie Bahn, und so mächtig zauste er uns, daß wir uns fest aneinander halte» mußten, um nicht in den Graben geweht zu werden. Weiter ging's. Immer schlimmer wurde eS. Der Wind war nicht mehr «in übermütiger Geselle, soilder» beinahe schon frech; bald zupfte er »ns links, bald rechts; «8 ärgerte ihn offenbar, daß er nnS nicht besiegen konnte. Sogar unserer fromme» Nnthe, die doch sonst die Sanftmut selbst ist, wurde eS zuviel. Sie hatte ihre Arme über all ihre Wiesen gebreitet, und unrnhig wogten die Wellen gegen die Bäume, die Landstraße, die Pfosten der Brücke. Wir kameit in den Wald, die mächtigen Bäum« wehrten dem. Winde, sodaß er nnS nur noch ein wenig necke» konnte. Auch schien er neue Kraft sammeln zu wollen für die Krähcnberge, die, fast rings von Waffer umgeben, ihm nichts entgegenstellen konnte». 'Hier lief; er NnS seine ganze Macht fühlen.