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Blau-Weiss-Blätter · 1917-02-01 · 5 (2.1917) · page 20

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
4 (1916-1917)
Issue
5 (2.1917)
Date
1917-02-01
Page
– (sequence 20)
Language
German
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Last „Utib Ln sollst essen und schlafen in der Sukkah sieben Tage lang " Schliefen wir auch nicht, so übernachteten wir doch hier. Liner holte unsere Heimbibel und las etwas daraus vor. Später wurde schir hamaalau* gesungen und gebenscht. Wir sangen noch einige Lieder. Hell hinaus in den grauenden Morgen klangen unsere Naüonalgesänge: „wir sind ja die Schwärmer in Israel", ,.8Lu ziyonah ness wadegel*. Dann schwiegen wir und blickten zum Fimmel empor, den wir durch das Laub hindurchleuchten sahen. Immer blasser waren Mond und Sterne geworden, immer schneidender die Kälte. Die ersten Hähne krähten. Da schüttelten wir den Zauber von uns, der uns seit dem Weihegebet über die Sukkah umfangen hatte. Noch einen Blick über die Laubhütte, dann gingen wir ins Heim, um noch ein paar Stunden zu schlafen. ' Und noch bis in die Träume hinein klang uns die Melodie nach: „wir bleiben die Schwärmer in Israel!" Berlin Lva Oppenheimer Lnubhüttenfeft „Wie, du hast noch nicht unsere Sukkah gesehen? Ach was, gesehen ist die zu wenig: bewundern muß man sic, die Sukkah-unsere Sukkah!" Und von zehn Händen gepackt, gestoßen und geschoben wird unser armer Wanderbrnder, der sich des großen Vergehens schuldig gemacht hat, so wenig Interesse für die Hütte gezeigt zu haben, und-eins, zwei, drei-geht cS in den bereits recht herbstlich aussehenden Garten. Zur Laube! ' Aber wie hatte, diese sich auch verändert! Fleißige Wauderhände hatten all ihre Geschicklichkeit aufgeboten, sie auszuschmücken: alle, alle hatten milgearbeitct. Dafür waren sie aber auch stolz und warfen sich recht in die Brust, wenn es auch der allerkleinste Wanderer war, der die Hände vor Verwunderung znfammenschlug. Das war aber auch ein Wunderding. Die Holzlatten toarcii mit Reisig auSgcsteckt, durch dessen Nadeln überall blau-weiße Papierstrcifen phantastisch durcheinander hingen, während im Hintergründe die große BnndeSfahne die Wand verdeckte; auf einem kleinen Tischchen standen zwei silberne, aber wirklich ganz echte silberne Leuchter, die unsere liebe Friedl herbeigeschafft hatte. Aber was war all dieser Tand gegen die Decke. Dort hingen In vielerlei Verschlingungen kleine blau-weiße Fähnchen [ auf lange Schnüre gereiht, von eben solchen „Schlau genbänderg" gekreuzt. Gelbe, V rote, grüne und blaue Schleifer: und dazwischen wieder abwechselnd blaue und / weiße Sterne auf Schnüre gereiht vervollständigten beit papiernen, bunten Himmel, ■, der durch Lampions matt beleuchtet wurde. Quer über die Ecken waren Trans- ( parente mit Zeichnungen und hebräischen Sprüchen angebracht, und von dem f: Tischchen nach vorn zn standen zwei Reihen Stühle, deren stumme Steifheit nicht! ted)t in dieses bunte Durcheinander passen wollte, solange sie leer standen. Aber l das dauerte nicht allznlarig. f Denn schon brach die Dnnkelheit herein nnd mit ihr-die ersten Wanderer, denen bald die andern alle folgten. Laut und freudig-lärmend ging es noch zu, aber in die allgemeine Munterkeit fiel ein WermntStropfen. Denn der heutige Abend war nicht nur dem Laubhüttenfeste gewidmet. ES war auch der Abschiedsabend zweier unserer lieben Wanderbrüder, Fritz Eisner und Paul Ascher, die in den *5*

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