Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 4 (1916-1917)
- Issue
- 4 (12.1916)
- Date
- 1916-12-01
- Page
- – (sequence 33)
- Language
- German
- Belongs to
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Auch die Mädels l^ben jede Woche ihren Heimnachmittag. Er dient nicht nur der Unterhaltung, sondern auch der Belehrung und Erziehung. Unsere Mädels lernen jetzt die jüdischen Volkslieder kennen. Zu Thanukkah bereiten wir einen Elternabend vor. hoffentlich haben wir bis dahin auch schon unsere Blau-Weiß» Nadeln. L B. Teptttz-Schönau. Unsere Führerschaft ist durch den Abgang Fritz Eisners und Paul Aschers, welche das Hochschulstudium nach Prag führte, neuerdings zweier tätiger Mitarbeiter beraubt worden; dafür hat fie aber in beit letzten Tagen eine höchst erfreuliche Verstärkung.erhalten: Willy Freund ist von Wien dauernd zu uns zurückgekehrt. Unsere Arbeit während der letzten Wochen bewegte sich in regelmäßigen Bahnen. (Wir hoffen, daß der weg auch wirklich nach aufwärts führt!) Es wird gleichmäßig in allen Zügen gewandert, jeder Zug hat seine wöchentlichen Heimabende, die stets gut besucht sind. Der hebräische Unterricht, welcher jetzt durch einige Wochen eingestellt werden mußte, wurde in zwei Kursen wieder aufge-' nommen. Außerdem erteilen bereits einige Teilnehmer des ersten Kursus mehreren älteren Wanderern und Wandrerinnen Einzelunterricht in den Anfangsgründen. Für die Führerschaft besteht seit einiger Zeit ein eigener Geschichtskursus, für die älteren Wandrerinnen wurde ein Führerinen-Vorbereitungskurs eingerichtet, welcher den Teilnehmerinnen eine gewiffe Vertrautheit mit den verschiedenen uns beschäftigenden Gebieten vermitteln soll. Lautenspiel und Gesang wird fleißig geübt; wir haben schon fast ein Dutzend Klampfenspieler, die alle lebhaft bemüht find, mit ihrem Können vorwärts zu kommen. Anläßlich des Laubhüttenfestes haben wir die Laube auf der Dachteraffe unseres Heims zu einer Sukkah hergerichtet und in dieser manche schöne Stunde verbracht. Die Großen wie die Kleinen haben darin ihre Sukkothfeiern gehalten. An den letzten Hauptfesttagen haben wir dann die Eltern unserer Wanderer und Freunde unseres Bundes zu. einem Besuche von heim und Sukkah eingeladen. — Am 23. Oktober veranstalteten wir, da eine Aussprache notwendig geworden war, zum ersten Male einen Elternabend für die An» gehörigen unserer ältesten Knaben und Mädchen, wir glauben, uns mit der Annähme nicht zu täuschen, daß dieser Abend — trotz mancher zutage getretenen Differenzen in der Auffassung einzelner Fragen — einen tiefen Eindruck bei allen Teilnehmern hinterlaffen hat, was auch aus dem vielfach geäußerten Wunsche nach baldiger Einberufung weiterer Elternabende hervorgeht. Mit unseren Nachbarbünden stehen wir durch häufige Besuche in ständiger Fühlung; neuerdings find wir durch die Herausgabe der von uns angeregten Frage- und Antwortblätter mit sämtlichen Blau-Weiß-Bünden in regelmäßigen Kontakt getreten. Auch mit unseren Eingerückten bleiben wir durch Korrespondenz und Protokollaustausch in steter Verbindung. Moritz Stern und Viktor Kominik haben an» läßlich ihres Matururlaubes <k Wochen bei uns verbracht. Siegmund Kohn ist im Felde zum Kadett-Aspiranten befördert worden. - Felix Seideryann Unser Führer Viktor Baue r ist im September in italienische Gefangenschaft geraten, Leo w o l f wird seit Juni vermißt. Wies-ade«. Ls ist das erste Mal Heute, daß Ihr an dieser Stelle auch von uns hört, wie wir uns freuen. nun in den Bund ausgenommen zu sein, >« ' ' '