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Blau-Weiss-Blätter · 1916-12-01 · 4 (12.1916) · page 29

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Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
4 (1916-1917)
Issue
4 (12.1916)
Date
1916-12-01
Page
– (sequence 29)
Language
German
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anderen steht die Einberufung dicht bevor. Unsere Hoffnung sind jetzt die Schüler» sührer, die sich der Schwere ihrer Aufgabe voll bewußt sind und alle Kräfte daran, setzen, alles bisher Erreichte aufrecht zu erhalten. Außer den gemeinsamen Führerschaftssitzungen finden regelmäßig Schülerführer, und Führerinnenabende statt, wo über Fragen unserer jüdischen Erziehung gesprochen wird. wir haben nun endlich unser Stadtheim l wir freuen uns "sehr darüber und glauben, daß es dazu beitragen wird, uns noch fester zusammenzufchließen. Heimabende, Führerabende, hebräische Kurse wechseln sich ab. — Jetzt sind wir mit der Zusammenstellung einer Bibliothek beschäftigt, die ganz besonders schön zu werden verspricht. von dem eigentlichen Wandern ist nichts neues an dieser Stelle zu sagen. Die Beteiligung ist durchschnittlich recht gut. Im Oktober trafen sich alle Züge und Gruppen bei einer Hauptversammlung in Drewitz. — Eine Kindergruppe der Mädchen entwickelt sich gut. ' ' Rosa Orkin wurde zur hilfsführerin ernannt. Grete Brauer $r«»fats. „Eigene" Feste feierte Breslau in diesen Monaten nicht, doch mit anderen gemeinsam das Sukkoihfest, auf eigene schöne Art. Unsere kleine Sukkah — ich schrieb es schon — stand auf dem Dache unseres Heims; ihre Wände waren aus rohem Holz, doch reicher Schmuck von Tüll- und Kattunvorhängen und selbstgefertigten Papierguirlanden ließ nichts davon ahnen. Daß das Laubdach nicht sehr dicht war, schadet nichts; man sah darum nur nach besser den Himmel und die Sterne. Die Einrichtung? Ein Teppich und ein Tisch. Auch das genügte; beim Kiddusch steht man! Und es war eine große Andacht über allen, die — dicht gedrängt — am l. Abend' dem Kiddusch lauschten/ — Zum „richtigen" Lukkolhhelmabend gingen wir wie immer in kueie Koders Sukkah. - — Das Kid. dusch,nachen aber haben wir beibehalten: jeden Freitag Abend nach dem Tempel im Heim. Am S. Oktober war Kontrolloersammlung. Ihr wichtigstes Ergebnis, die Einteilung der Madchengruppe in Züge, bewährte sich gut. von unserer sonstigen Arbeit ist nichts neues zu berichten. Nur noch dies, jetzt haben wir ein Landheiml Unsere Führerin Martha Blumenthal hat flch mit R.-A. Dr. Fraenkel verheiratet. wir wünschen ihr hier nochmals viel Glück! Else Kober Töln. Drohender Mangel an Führern beeinträchtigt unsere Arbeit und läßt uns kritischen Zeiten entgegenblicken. Unsere Führer Kramer und El kan wurden aus beruflichen Gründen inaktiviert, Katzenstein hat aus gleichem Grunde Cöln auf längere Zeit verlassen, G L d i o n wird in nächster Zeit eingezogen. 2 Hilfsführer (Meyer und S. Schlesinger) sind zum Militär angesetzt; verbleiben nur noch zwei, wir sahen uns darum veranlaßt, die Wanderer Max Schlesinger und Erich LSbschen zu pcobehilfsführern zu ernennen. Die Jahreszeit bringt es mit sich, .daß die Heimabende besser besucht find als die Fahrten. Manche Wanderer und noch mehr die Ettern vermögen nicht einzusehen, daß eine Fahrt bei prächtigem Wmterwetter viel genußreicher und für die Abhärtung verzärtelter Großstadtjungen mehr geeignet ist, als eine. Wanderung m der Glut der Julisonne. An einem Heimabend im Oktober besuchte uns ein türkischer Jude, Herr Halm Abraham aus Konstantinopel, der uns in anregender weife von der jüdischen Jugendarbeit in der Türkei und Bulgarien, an der er regen Anteil nimmt, erzählt.

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