Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 4 (1916-1917)
- Issue
- 4 (12.1916)
- Date
- 1916-12-01
- Page
- – (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2425321-3181705-3181710--0667-3182453- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
wir dürfen ihm nicht nachtrauern, es wäre nicht im Sinn unseres loten freundes, wir wollen ihn aber lieb behalten und in unseren schönsten Stunden seiner gedenken, eines, der mit heißer Liebe an seines jüdischen Volkes Ankunft glaubte . . . M ü n ch e n Robert Teller und Erwin Lederer (Gefallen beim Sturmangriff am 23. September) Wieder hat der September ein Gpfer von uns gefordert. Dies» mal sind es gleich zwei, zwei unserer Besten, zwei, die in ihrer Augendkcast «in Sinnbild des Menschen darstellten, den unsere Bewegung sucht. Vor Monaten waren sie beide hinausgezogen, der eine zuerst, dann folgte ihm der andere nach und teilten zusammen Leid und Freud, alle Entbehrungen und alle Schmerzen des Feldzuges im litauischen Sumpf. Und als der eine erkrankte, da litt es ihn nicht lange im Spital; nur halb genesen eilt« er dem aus einen andern Kriegsschauplatz versetzten Regiment« nach, «m nicht ohne den Freund sein zu müssen. Und dort hat sie schon nach wenigen Stunden des Wiedersehens fast in der gleichen Minute der. Tod ereilt. Den Ähren weit voran, ein leuchtendes Beispiel der Tapferkeit und des pflichtbewnßtseins waren sie dem Feind entgegengestürmt, trotz mörderischsten Feuers ohne Zagen als Erste ans dem Graben gesprungen. Da traf sie die feindliche. Kugel. Ein Makkabäerendel Und heute, da wir Lhanükkah feiern und voll Stolz der Heldengestalt eines Juda Makkabi gedenken, schweift unserer Gedanke zu ihnen, den Helden, die mit Leib und Leben uns und der Zukunft unseres Volkes gehörten. Schmerz schnürt uns die Kehle zu, daß sie ihr Leben . nicht zu Ende leben durften, ein Leben, das sie der Wiedergeburt ihres Volkes auf dem heiligen Boden von Erez Israel zu widmen gedachten. In ihren letzten Stunden beschäftigte sie noch der plan, als Bauern, als Pioniere,, und Vorkämpfer ein schönes, reines Leb/n im Land unserer Väter sich zu erringen. Und in ihnen war nichts von jugendlichem unreifen Ueberschwimg der Idee, von kindischem, unüberlegtem Spielen und Träumen; hier hatte -er Krieg Männer reifen lasten, die ernst und in den härtesten Entbehrungen gestählt an die Ersüllung nnd Verwirklichung ihrer Idee traten. Ihr« Kraft, ihr Lharakter, die Wahrhaftigkeit und Lauterkeit ihrer geschlossenen Persönlichkeit hätte . Wirklichkeit werden lasten, was uns, die wir eines Sinnes, mit ihnen find, als, Ziel unseres Strebens erscheint. ' Und all dieses junge blühende Leben ist heute dahin, vernichtet'