Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 4 (1916-1917)
- Issue
- 4 (12.1916)
- Date
- 1916-12-01
- Page
- – (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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Zögernd ging ich weiter, ich wußte nicht, ob ich diese geheiligten Felsen betreten dürfte. Im nächsten Jahre zu Lhanukkah aber war ich wieder in den Makkabäerfelsen von Modaim. Jaffa GlieserbenMenuchah Lritz Benjamin Bald ist's schon ein halbes Jahr her, daß Fritz Benjamin unter fremder Erde -liegt. Viele werden ihn schon vergessen haben; aber diejenigen, die den großen, dunkeläugigen Jungen persönlich kannten, denen wird seine treuherzige Anhänglichkeit an den Blau-Weiß immer als Vorbild dienen. — „Die Zukunft des Blau-Weiß!" Das war's immer, an was er dachte. Sei's ein wunderschönes Lied, das er irgendwo auf einer Alm erlauscht hatte, sei's beim Skifahren ein Schwung, den außer ihmniemand von uns fertig brachte, alles auserwählt Schöne war bei ihm. „Zukunft des Blau-Weiß." Und gerade er, dem fein Judentum das heiligste war, soll die große, leuchtend« Zukunft nicht miterleben. — (Er war unser bester Klampfenspieler, und wenn er leise durch die Saiten griff, wenn seine Augen in weite Ferne schweiften, dann wußten wir's, nämlich, daß er nicht mehr an uns, sondem an die „schlanke Zeder" im gelobten Lande dachte. Und nun ist's nicht mal sicher, ob er unter der Erde liegt „die Stirn nach Zion hingewandt." Auf der Fährt in die Steiermark war's, im Juli 1914- Samstag waren wir in Reichenhall, als Oesterreich an Serbien den Krieg er«, klärte. Wir waren natürlich von einer grenzenlosen Begeisterung erfüllt und als wir »och spät am Abend den kleinen Dorffriedhof durchquerten, zeigte Fritz Benjamin auf einen, schlichten Grabhügel und sagte so leise und merkwürdig: „Lag' ich doch schon da unten, da braucht' ich kein unschuldiges Blut zn vergießen. — 14 Tage darauf hat er sich freiwillig gemeldet. <Lr hat uns als Skifahrer in den Karpathen von dem traurigen Los der Juden in den kleinen russischen Städten geschrieben; dann sandle er uns von Italiens höchstem Gipfel Gdelweißgrüße. Darauf^machte er den serbischen Feldzug mit und kam, nachdem er 2 Monate in Jmmensstadt im Allgäu in Garnison war, nach Frankreich. Vor Verdun ist er gefallen. f ' ' 9*