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Blau-Weiss-Blätter · 1916-12-01 · 4 (12.1916) · page 21

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
4 (1916-1917)
Issue
4 (12.1916)
Date
1916-12-01
Page
– (sequence 21)
Language
German
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Soth haarez lanu thije We’anu nijeh babonim Mir wurde ganz sonderbar zu Mute; ich wollte wissen, wer jetzt die» Lied sang. Es war ein Mitschüler, der erst. vor kurzem ans dem Galuth gekommen war. Leise, nur für sich hatte er die ersten Atro» phen gesungen, aber zum Schluffe sang er stärker und stärker, und die letzten Worte konnten wir alle hären. Und plötzlich, als das Lied zu Ende war, da stürmte er herauf auf die Felsen . . . Wir gingen weiter, und erwarteten bei jeder Biegung des Weges, Modaim vor uns zu sehen. Ich ging mit einigen Freunden voraus. Ein Baum stand da. Wir wollten uns ein wenig aurruhen. Da plötzlich ein hornruf, das Zeichen zum Sammeln. Wir sehen uns um und erblicken ungefähr \000 Schritte hinter uns ein dichtes Knäuel unserer Gefährten, sehen andere, die alle nach dein einen Punkte Hinströmen. Wir begriffen! Es wurde Rast gemacht. Wir beeilten uns, hinznkoinmen. „Wie lange bleiben wir hier?" frage ich einen Wanderer, „doch hoffentlich nur kurze Zeit, denn wir wollen viel Zeit für Modaim haben und sollen vor Nacht zurück sein." Mein Freund sieht' mich erstaunt an, fängt an zu begreifen, -aß ich mich irre und lacht: „Wir sind in Modaim." Das also ist Modaim, der Mrt der Makkabäer? Nichts als gewaltige Felsen, die höhlen und Gräber in ihre»! Innern bergen. Nun machen wir Rast. Ich geselle mich zu dein Jungen, der vorher sang. Und strahlenden Auges erzählt er mir vom Abschied von den Wächtern der Farm Ben-Schemen: „Zu beiden Seiten ritten sie, erst langsam, dann schneller und schneller und schließlich in wildem Galopp auf Ben-Schemen zu. Als der Galopp begann/ da tSnte ein Schuß durch die Luft, dann folgt« noch einer und wieder einer. Und wir hörten noch lange das Echo der Schüsse. Nun wollten wir di« Gräber ansehen. Aber wir fanden keine wirtlichen Gräber. Und doch sollten diese Felsen die Grabsteine der Makkabäer sein. — Ich stieg allein einen Felsen hinan. Es war ganz ruhig, nur ab und zu drang das Lachen der Kameraden her» auf, die unten spielten und Sport trieben. Um mich herum Felsen. Ueberall Felsen. Und als ich sie anschaute, dachte ich daran: hier in dieser Felsengegend konnten die Makkabäer trotz ihrer kleinen Zahl der Uebermachi des Feindes trotzen, weil sie ihre Felsen kannten und weil sie von einem trotzigen Mut beseelt waren, wie ihn nur Menschen haben können, die inmitten solcher Felsen groß geworden find." * :

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