Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 4 (1916-1917)
- Issue
- 4 (12.1916)
- Date
- 1916-12-01
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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Ein Ehanukkah-Ausflug nach Modaim Wenige Tage vor Lhanukkah wurde in allen Alassen des he» brätschen Gymnasiums bekannt gemacht, daß am Thanukkah ein Schulausflug nach Modaim unternommen werden sollte. Treffpunkt vor de» Toren Tel-Awiws, früh um 5 Uhr, in wandermäßigem An» zug. Ein Ausflug nach Modaim, dem Geburtsort der Makkabäer! Millionen von Juden denken an Thanukkah, wenn sie die Lichtlein anzünden, der Makkabäer; aber nur wenige gedenken des Dörfchens Modaim. Es ist vergessen worden über all den vielen Einzelheiten der geschichtlichen Ereignisse, die von ihm ausgingen. Wir aber, die wir in unserem Lande leben, begnügen uns nicht mit den Erzählungen der Historie. Wir wollen mit eigenen Augen die Stätten sehen, wo die Geschichte unseres Volkes spielte. Deshalb veranstaltet das hebräische Gymnasium alljährlich viel« Ausflüge, die uns durch ganz Palästina führen, und Thanukkah geht es nach Modaim. Um 6 Uhr früh vor den Toren Tel-Awiws. viele Jungen und Mädchen sind gekommen, die den Zug füllen, der uns nach Lud der ersten Station südöstlich von Jaffa bringt. Wer Glück hat und am Fenster stehen kann, der sieht blühende Drangenbäume, grüne Felder und Gelbanmgärten. von Lud soll es zu Fuß nach Modaim gehen. Wir alle hoffen, daß uns der Feind unserer Thanukkah-Ansflüge, der palästinensische Winterregen erspart bleiben möge. Und er scheint uns heute verschonen zu wollen; denn über uns strahlt die Wintersonne und begleitete uns von der Station Lud bis zur Farm Ben»Schemen. hier erwartet uns ein reiches Frühstück, das die Ar> beiter und di« Arbeiterinnen und die Schomrim für uns vorbereitet haben. Wir bleiben nicht lange,' de»» der Weg nach Modaim soll noch zwei Stunden dauern, und abends müssen wir wieder in Tel» Awiw sein. Wächter zu Pferde geben nns ein Stück Weges das Ge» leite. Durch Melbaumpflanznngen und durch Felder geht es zunächst weiter, aber nach 40 Minuten umgeben uns von allen Seiten graue, nnbewachsene Felsen. Nur selten versucht ein Gelbaum aus dieser armen Erde Nahrung zu ziehen. Die stolzen Gebirge Judäas zeigten sich in, Osten wie ein dicker schwarzer Strich. Und wir ziehen weitek. Jetzt dürfen wir gehen, wir uns der Sinn steht: in Gruppen, zu zweien oder allein, singend oder ruhig. Auf einmal ertönte «ine starke tiefe Stimme: