Mannheim
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Blau-Weiss-Blätter · 1916-12-01 · 4 (12.1916) · page 17

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
4 (1916-1917)
Issue
4 (12.1916)
Date
1916-12-01
Page
– (sequence 17)
Language
German
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scheiden, denn der Tote hört auf, ein Einzelner zu sein, er gehört nun zur großen Gemeinde der „Väter", er ist eingegangen zu seinem Volke. Und gerade dieses machte mir der Friedhof deutlich: Daß der Tod uns Juden kein Aufhören bedeutet, sondern die endgültige, innigste Verbindung mit unserm Volke und unserem Gott. — Und der ganze Friedhof ist beschattet von den ältesten und Herr» lichsten Bäumen. — Die Synagoge ist uralt, besonders die Frauensynagoge, die nicht wie bei uns in einem höheren Stockwerk, sondern zur Seite angebaut ist. Der berühmteste Teil der Wormser Synagoge ist die Raschikapelle ' mit «inen, eingemanerten Stuhl darin. Im Garten der Synagoge hat man vor einigen Jahren eine ganz alte Mikwe entdeckt, in die wir auch hinuntergestiegen find. Sie ist schmal und eng, und tief unten steht das grünliche Wasser, von dem einem ein Moderduft entgegenschlug. Die Iudenstadt wird durch ein Tor abgeschloffen, das Rafchitor, das besteht aus roten, Stein. Mehrere Bügen nebeneinander durch» brechen die frühere Mauer des Ghetto, und über die Bogen hinweg führt ein gedeckter hölzerner Gang. Die engen Gaffen mit den schmalen Däusern sind nach wie vor dichtbevölkert, und die kurze Verbindungsstraße zwischen dem Tor und der Synagoge ist an, Sonntag Abend belebt von vielen Rindern, unter denen aber jetzt merkwürdig wenig Juden find. — ' Gegen Abend fuhren wir ans Worms ab, nachdem wir noch ■ einige Plätze und Airchen angesehen hatten. Da. ich schon wieder sehr müde war, schlief ich in der Bahn ein und wachte erst auf, als der Zng in — Mannheim einfuhr. Zuguterletzt hatten wir nämlich vergessen, umzusteiqen und mußten bis spät in di« Nacht Weiterreisen, um endlich nach Heidelberg zu kommen. B erlin Ti lli Rosolio Don den (Lölner Juden Die Lölner Iudengaffe wird verdunkelt vom Schatten des Rat» Hauses. Licht und Sonne empfängt nur fein mächtiger gotischer Turm und die. enge Gaffe liegt in stetem trüben Grau. - Früher stand an der Stell« des Rathauses die Synagoge. Die durfte und sollte all' das Licht und ganz die Sonn« haben. — , So kam dann fast nie «in lichter Strahl in di« eng« Straße und eng und trüb wie fi« war auch das Leben ihrer Bewohner.

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